Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Tech-Milliardär Elon Musk als „Genie“ bezeichnet und zugleich den Rückstand seines Landes beim Aufbau eines Satelliteninternets eingeräumt. „Elon Musk ist ein Genie, wirklich ein Genie“, sagte Putin am Mittwoch bei einem Ausstellungsbesuch am Rande des Russland-Afrika-Gipfels in Moskau. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP bezog er sich dabei auf die Tausenden Satelliten, die Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX ins All gebracht hat.
SpaceX betreibt das Satellitennetzwerk Starlink, das auch für die ukrainischen Streitkräfte von großer Bedeutung ist. Während es zuletzt Spannungen zwischen Kiew und Washington wegen Einschränkungen des Satellitendienstes gegeben hatte, arbeitet Russland seinerseits an einem eigenen Netzwerk, um Internetverbindungen aus dem All anbieten zu können.
Russland steht nach Putins Worten erst am Anfang
Den Anlass für Putins Lob lieferte eine Präsentation des russischen Digitalministers Maksut Schadajew. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, erklärte der Minister, Russland habe für seine Starlink-Alternative Rassvet inzwischen mehr als 30 Satelliten gestartet. Putin unterbrach die Vorstellung, um Musks Leistung hervorzuheben.
„Wie viele Einheiten hat er im All? Mehr als 5000. Und wir machen gerade erst unsere ersten Schritte“, sagte Putin laut AFP. Zugleich betonte er, Russland sei stolz darauf, mit dem Aufbau eines eigenen Systems begonnen zu haben. Nun müsse die Zahl der Satelliten steigen.
Starlink ermöglicht Internetverbindungen über Satelliten in vergleichsweise niedrigen Erdumlaufbahnen. Die kürzeren Übertragungswege verringern die Verzögerung bei der Kommunikation gegenüber weit entfernten geostationären Satelliten. Für die Ukraine ist das Netzwerk unter anderem für die Verständigung an der Front und den Einsatz von Drohnen wichtig.
Putin spricht von enger Abstimmung mit Musk
Über das Lob hinaus stellte Putin eine fortgesetzte Zusammenarbeit mit den USA im Weltraum heraus. Die russische Nachrichtenagentur Interfax zitierte ihn mit den Worten: „Wir stehen in engem Austausch mit unseren amerikanischen Partnern, einschließlich Herrn Musk, denn es ist entscheidend, dass man sich im All nicht gegenseitig in die Quere kommt.“ Dabei müsse eine gewisse Disziplin und Ordnung eingehalten werden.
Beide Seiten legten darauf Wert und arbeiteten trotz politischer Streitfragen eng zusammen, erklärte Putin demnach weiter. Beteiligt seien die russische Raumfahrtagentur Roskosmos und weitere Unternehmen. Welche konkreten Kontakte mit Musk bestehen und wie diese ablaufen, erläuterte er nicht.
Ukraine meldete wieder funktionierende Verbindungen
Die Ukraine hatte im Oktober Einschränkungen bei Starlink und dem ebenfalls auf SpaceX-Technologie beruhenden militärischen Kommunikationssystem Starshield beklagt. Nach ukrainischen Angaben beeinträchtigten Geschwindigkeitsbegrenzungen die Abwehr russischer Angriffsdrohnen und die Logistik an der Front. Einige Einsätze mussten abgesagt werden.
Am Wochenende erklärte die Ukraine jedoch, beide Systeme seien wieder vollständig funktionsfähig. Wer die Einschränkungen veranlasst hatte, blieb ungeklärt. Weder Musk noch die US-Regierung, die Starshield betreibt, übernahmen dafür die Verantwortung. Musk warf dem ukrainischen Militär vor, gegen die Nutzungsbedingungen von SpaceX verstoßen zu haben.
Die Probleme verschärften den Streit zwischen Kiew und Washington. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump einen Deal zum Kauf russischen Diesels angekündigt und die Ukraine zugleich gedrängt, Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Nach Kritik von Präsident Wolodymyr Selenskyj an dem Geschäft hatte Trump zudem dessen Ablösung gefordert.
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