Als Jungtier verletzte er sich so schwer am Bein, dass die Ranger im Katmai-Nationalpark kaum noch mit ihm rechneten. Rund 18 Jahre später hat Bär 89, genannt „Backpack“, den kuriosesten Titel Alaskas geholt.
Er ist der Sieger der Fat Bear Week 2026.
Im Finale schlug er Bärin 910 mit 103.344 zu 98.253 Stimmen, also knapp 51 zu 49 Prozent. Das berichtet der Sender Alaska's News Source (KTUU) unter Berufung auf die Ergebnisse der Plattform Explore.org. Die Abstimmung endete in Deutschland um drei Uhr morgens.
Fat Bear Week: gewählt wird, gewogen nicht
Auf die Waage muss bei dem Wettbewerb kein Bär. Fans stimmen online ab, welcher Braunbär am Brooks River sich vor dem Winter am eindrucksvollsten Speck angefressen hat.
Neben Vorher-nachher-Fotos zählt dabei auch die Geschichte der Tiere. Und die von Backpack ist schwer zu schlagen.
Das Halbfinale war der eigentliche Krimi
Ein Außenseiter war der Sieger im Turnier nicht. Seine ersten beiden Duelle gewann er laut CBS News mit jeweils mehr als 100.000 Stimmen Vorsprung.
Dann kam der Montag. Im Halbfinale lag Backpack stundenlang hinter Bär 164, genannt „Bucky“. Erst spät zog er mit rund 3000 Stimmen vorbei.
Rangerin Sarah Bruce sagte dem Sender aus Anchorage, ein so enges Rennen habe es noch nie gegeben. Noch nie habe ein Bär im Halbfinale einen Rückstand gedreht.
Titelverteidiger Chunk: raus mit gebrochenem Kiefer
Bucky war zu diesem Zeitpunkt der Schreck des Turniers. In Runde eins hatte er Vorjahressieger Bär 32 „Chunk“ rausgeworfen.
Chunk soll beim Sieg 2025 rund 544 Kilogramm gewogen haben, berichtet Euronews. Er ging mit einem komplett gebrochenen Unterkiefer in den Wettbewerb. Zugelegt hat er nach Angaben der Ranger trotzdem.
Warum der Bär „Backpack“ heißt
Seine Mutter, Bärin 435 „Holly“, gewann die Fat Bear Week 2019. Sie brachte ihn 2006 als Jungtier zum ersten Mal an den Brooks River.
Nach Angaben der Parkverwaltung kletterte der Kleine gern auf ihren Rücken, wenn die beiden durch den Fluss wateten. So kam er zu seinem Namen.
Finalgegnerin 910 hat Siegergene
Auch die unterlegene Bärin stammt aus einer Titelfamilie. 910, inoffiziell „Dancing Queen“ gerufen, ist die Tochter der zweifachen Siegerin 409 „Beadnose" und war das einzige Weibchen im Finale.
In Runde zwei hatte sie ihre eigene Schwester 909 besiegt. Streit unter Geschwistern ist trotzdem nicht zu befürchten: Die Bären wissen schlicht nicht, dass es die Fat Bear Week gibt, wie das Magazin Popular Science anmerkt.
„Die Bären haben das Internet kaputt gemacht“
Das Turnier war so groß wie nie. 16 statt zuletzt 12 Bären traten an, rund 2,5 Millionen Stimmen gingen ein. Im Vorjahr waren es gut 1,7 Millionen aus mehr als 100 Ländern.
Am ersten Tag brach die Abstimmungsseite unter dem Ansturm zusammen, obwohl für jede Stimme eine E-Mail-Adresse nötig war. Der Nationalpark verlängerte die erste Runde und schrieb auf Facebook in Großbuchstaben, die Bären hätten das Internet kaputt gemacht. „Buchstäblich.“
2014 begann alles als eintägige Facebook-Aktion namens „Fat Bear Tuesday". Damals stimmten weniger als 1700 Menschen ab.
Warum dicke Bären im Katmai-Nationalpark überleben
Der Wettbewerb ist albern, die Biologie dahinter nicht. In der Winterruhe fressen und trinken die Braunbären nichts und verlieren etwa ein Drittel ihres Körpergewichts.
Im Spätsommer legen die Tiere laut Rangerin Bruce bis zu knapp ein Kilo am Tag zu. „Ein dicker Bär ist ein erfolgreicher Bär“, sagt sie.
Für Backpack beginnt jetzt die Winterruhe. Seinen Titel wird er verschlafen.
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