Feiertag

Reformationstag am 31. Oktober: Wer an diesem Samstag arbeitet, hat Anspruch auf einen freien Tag

Reformationstag 31. Oktober 2026 fällt auf Samstag: Wer arbeitet, hat Anspruch auf einen Ersatzruhetag. Was Arbeitnehmer zu Lohn und Zuschlag wissen müssen.

3 Min
Die Schlosskirche in Wittenberg (Sachsen-Anhalt). Hier soll Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen angeschlagen haben – der Ursprung des heutigen Reformationstags.

Die Schlosskirche in Wittenberg (Sachsen-Anhalt). Hier soll Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen angeschlagen haben – der Ursprung des heutigen Reformationstags.

© Imago/Eberhard Thonfeld

Der Reformationstag fällt in diesem Jahr auf einen Samstag. Wer von Montag bis Freitag arbeitet, bekommt am 31. Oktober also keinen zusätzlichen freien Tag. 2027 wiederholt sich das Spiel, dann liegt der Feiertag auf einem Sonntag. Zwei Jahre in Folge geht der Osten damit leer aus.

Welche Bundesländer betroffen sind

Gesetzlicher Feiertag ist der 31. Oktober in allen fünf ostdeutschen Flächenländern: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Seit 2018 gilt er zudem in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wie eine Feiertagsübersicht von smart-rechner.de zeigt.

In Berlin ist der 31. Oktober ein ganz normaler Samstag.

Kein Ersatztag am Montag

Ein Ausgleich am folgenden Montag ist nicht vorgesehen. Das deutsche Recht kennt keine Regel, nach der ein Feiertag am Wochenende auf einen Werktag verschoben wird. Abweichen kann nur ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung. Ein Blick in die eigenen Unterlagen lohnt sich.

Ersatzruhetag: Der Anspruch, den kaum jemand kennt

Wer am 31. Oktober arbeiten muss, sollte genau hinschauen. Der Samstag gilt rechtlich als Werktag. Nach Paragraf 11 des Arbeitszeitgesetzes steht Beschäftigten, die an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag arbeiten, ein Ersatzruhetag zu. Der Arbeitgeber muss ihn innerhalb von acht Wochen gewähren. Betroffen sind vor allem Pflegekräfte, Beschäftigte in Gastronomie und Verkehr sowie im Schichtdienst. Fällt die Samstagsschicht dagegen wegen des Feiertags aus, läuft der Lohn weiter. Das regelt Paragraf 2 des Entgeltfortzahlungsgesetzes.

Feiertagszuschlag: Was gezahlt werden kann

Einen gesetzlichen Anspruch auf Feiertagszuschläge gibt es nicht. Viele Tarifverträge sehen sie aber vor. Bis zu 125 Prozent des Grundlohns bleiben am 31. Oktober steuerfrei.

Supermärkte am Samstag geschlossen

Beim Einkauf wird der Feiertag dagegen spürbar. Supermärkte, Baumärkte und die meisten Geschäfte bleiben in den betroffenen Ländern zu. Geöffnet haben in der Regel nur Tankstellen sowie Läden an Bahnhöfen und Flughäfen. Der Großeinkauf muss deshalb bis Freitag, 30. Oktober, erledigt sein. Wer am Abend Halloween feiert, sollte die Süßigkeiten bis dahin im Schrank haben.

Für das Berliner Umland gibt es einen Ausweg: In der Hauptstadt öffnen die Geschäfte am 31. Oktober regulär.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

1967 von der DDR gestrichen

Dass der Osten den Reformationstag feiert, war lange keine Selbstverständlichkeit. Die DDR strich ihn 1967 mit der Einführung der Fünftagewoche. Auch Ostermontag, Christi Himmelfahrt und der Buß- und Bettag fielen damals weg.

1990 führten die neuen Bundesländer den Feiertag wieder ein. Die vier norddeutschen Länder folgten erst 28 Jahre später.

2028 winkt ein Brückentag

Am 31. Oktober 2028 ist Dienstag. Wer den Montag davor freinimmt, macht aus einem Urlaubstag vier freie Tage am Stück. Sachsen bekommt schon in diesem Jahr einen Werktags-Feiertag: Der Buß- und Bettag am Mittwoch, 18. November, ist dort gesetzlich frei – als einzigem Bundesland.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner