Rente

Rente im Weltvergleich: Selbst Mexiko und Kuwait liegen vor Deutschland

Rente im Weltvergleich: Im Global Pension Index 2026 liegen Mexiko, Kuwait und Chile vor Deutschland. Platz 25 von 55, bei Nachhaltigkeit nur Note D.

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Rentner auf einer Bank an der Strandpromenade: Im weltweiten Vergleich der Rentensysteme landet Deutschland nur auf Platz 25 von 55. (Symbolbild)

Rentner auf einer Bank an der Strandpromenade: Im weltweiten Vergleich der Rentensysteme landet Deutschland nur auf Platz 25 von 55. (Symbolbild)

© Imago/Ute Grabowsky

Mexiko, Kuwait, Saudi-Arabien: Sie alle haben laut einem neuen Weltvergleich ein besseres Rentensystem als Deutschland. Im Marsh CFA Institute Global Pension Index 2026 landet die Bundesrepublik nur auf Platz 25 von 55.

Am schlechtesten schneidet Deutschland bei der Frage ab, ob die Rente auch in 20 oder 30 Jahren noch trägt. Dafür vergeben die Studienautoren die Note D.

Platz 25 von 55: So schneidet Deutschland ab

Deutschland kommt auf 67,9 von 100 Punkten und die Gesamtnote B. Im Vorjahr waren es 67,8 Punkte, das Land tritt also auf der Stelle.

Erstellt wird der Index von der Beratungsgesellschaft Marsh, früher unter dem Namen Mercer bekannt, gemeinsam mit dem Anlegerverband CFA Institute. Er erscheint seit 18 Jahren und vergleicht 55 Rentensysteme, in denen zwei Drittel der Weltbevölkerung leben.

Diese Länder liegen im Renten-Ranking vor Deutschland

Spitzenreiter sind zum vierten Mal in Folge die Niederlande mit 85,8 Punkten. Die Bestnote A erhalten außerdem Dänemark, Island, Singapur, Israel und Australien.

Wo Deutschland im Vergleich steht:

  • Platz 1: Niederlande, 85,8 Punkte
  • Platz 7: Chile, 79,2 Punkte
  • Platz 12: Saudi-Arabien, 73,2 Punkte
  • Platz 13: Kuwait, 72,9 Punkte
  • Platz 16: Mexiko, 71,2 Punkte
  • Platz 19: Frankreich, 70,3 Punkte
  • Platz 25: Deutschland, 67,9 Punkte
  • Platz 33: USA, 61,6 Punkte
  • Platz 44: Österreich, 56,9 Punkte

Quelle: Marsh CFA Institute Global Pension Index 2026, Platzierung aus der Originaltabelle errechnet

In Europa reicht es für Platz zwölf von 19, knapp hinter Belgien. Spanien, Italien und Polen liegen dahinter, weltweit auch die USA und Japan.

Rentenhöhe ordentlich, Zukunft mangelhaft

Der Index setzt sich aus drei Teilwerten zusammen. Bei der Höhe der Leistungen kommt Deutschland auf 79,8 Punkte, bei Regulierung und Aufsicht auf 78 Punkte. Beides ergibt jeweils ein B+.

Das Problem ist die Nachhaltigkeit, also die Frage, ob das System seine Zusagen langfristig finanzieren kann. Hier schafft Deutschland nur 47,2 Punkte.

Der Grund ist das Umlageverfahren. Die Beiträge der Beschäftigten fließen direkt an die heutigen Rentner, ein Kapitalpolster gibt es kaum. Gehen die Babyboomer in Rente, müssen immer weniger Beitragszahler immer mehr Renten finanzieren.

Graham Pearce von Marsh sagte Euronews, umlagefinanzierte Systeme stünden deshalb vor einer ihrer größten Herausforderungen. Wer nicht gegensteuere, müsse später womöglich die Renten kürzen.

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Warum die Niederlande und Dänemark vorn liegen

Die Spitzenreiter kombinieren eine staatliche Grundrente mit Betriebsrenten, in die fast alle Beschäftigten einzahlen. Das Geld wird am Kapitalmarkt angelegt und macht die Länder unabhängiger von der Alterung ihrer Bevölkerung.

Dänemark holt bei der Nachhaltigkeit 84,8 Punkte, den Bestwert aller 55 Länder. Die Niederlande kommen auf 82,6 Punkte, fast doppelt so viel wie Deutschland.

Überraschung Österreich: Das Rentenvorbild fällt durch

In der deutschen Rentendebatte gilt Österreich vielen als Vorbild. Im Weltranking landet das Nachbarland mit 56,9 Punkten und Note C auf Platz 44, weit hinter Deutschland.

Bei der Nachhaltigkeit erreicht Österreich nur 23,9 Punkte, den schlechtesten Wert aller untersuchten Länder. Der Index misst eben nicht nur, was heute ausgezahlt wird, sondern auch, wie lange sich ein System das leisten kann.

Kapitaldeckung: Was Experten jetzt von Deutschland fordern

Michael Sauler, Rentenexperte bei Marsh in Deutschland, sieht den wichtigsten Hebel in der Kapitaldeckung. Davon könne Deutschland von anderen Ländern lernen und müsse es „nun umsetzen“. Außerdem rät er zu einer höheren Mindestrente für Geringverdiener und mehr Betriebsrenten.

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hatte im Mai angeregt, das Rentenalter nach 2031 an die Lebenserwartung zu koppeln, wie das Portal ebenfalls berichtet. Die neue private Altersvorsorge, die Anfang 2027 starten soll, nannte er einen wichtigen Schritt, der allein aber nicht reiche.

Verwechslungsgefahr: Zwei Renten-Rankings, zwei Ergebnisse

Wer zuletzt gelesen hat, Deutschland liege bei der Rente weltweit auf Rang sieben, hat sich nicht verlesen. Das ist der Global Retirement Index von Natixis. Er bewertet die Lebensbedingungen im Ruhestand, etwa Gesundheit und Wohlstand.

Der Global Pension Index dagegen prüft das Rentensystem selbst. Deshalb fallen die Ergebnisse so unterschiedlich aus.

Was das Ranking für Ihre Rente bedeutet

An Ihrer gesetzlichen Rente ändert das Ranking nichts. Es zeigt aber, wer das Risiko trägt: alle, die heute einzahlen und erst in 20 oder 30 Jahren in Rente gehen.

Ein Blick in die jährliche Renteninformation lohnt sich deshalb. Wer eine Betriebsrente per Entgeltumwandlung abschließt, bekommt vom Arbeitgeber in der Regel 15 Prozent dazu, wenn dieser selbst Sozialabgaben spart.

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