Mecklenburg-Vorpommern

Rettung von Wal Timmy: Ministerium fordert 140.000 Euro von Initiative – das steckt dahinter

Das Umweltministerium in Schwerin verlangt von den privaten Geldgebern des Wal-Rettungsversuchs knapp 140.000 Euro. Die Initiative weist die Forderung jedoch zurück.

3 Min
Eine private Initiative wollte den Wal „Timmy“ retten.

Eine private Initiative wollte den Wal „Timmy“ retten.

© Jens Büttner/dpa

Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns hat der privaten Rettungsinitiative für den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal „Timmy“ eine Rechnung über 139.161,50 Euro gestellt. Die Initiative wurde von Media-Markt-Gründer Walter Gunz und der Pferdesport-Unternehmerin Karin Walter-Mommert gegründet.

Wie das Ministerium dieser Zeitung auf Anfrage mitteilte, hatten sich das Ministerium mit der Rettungsinitiative in einer Haftungsfreistellungs- und Kostenübernahmeerklärung geeinigt, dass sämtliche im Zusammenhang mit der Rettungsmaßnahme entstehenden Kosten – einschließlich der „Einsatzkosten von Behörden“ – von der Initiative übernommen würden.

Wal-Initiative widerspricht Zahlungs-Forderung

Die geltend gemachten Kosten belaufen sich auf insgesamt 139.161,50 Euro. Davon entfallen 137.859 Euro auf Personalkosten und 1302,50 Euro auf Sachkosten für die Anmietung einer Ferienwohnung, die während der Rettungsmaßnahme als behördlicher Einsatzstützpunkt genutzt wurde.

Walter-Mommert habe der Forderung zwischenzeitlich schriftlich widersprochen. Für Gunz hätten sich zwischenzeitlich seine anwaltlichen Vertreter gemeldet und die geltend gemachte Forderung zurückgewiesen sowie ergänzende Informationen angefordert. Das weitere Vorgehen werde derzeit geprüft. Weitere Aussagen könne das Ministerium derzeit nicht treffen.

Der „Timmy“ getaufte Buckelwal war im März mehrfach in der Ostsee gesichtet worden und strandete zunächst vor Timmendorf in Schleswig-Holstein sowie später vor der Insel Poel. Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte den privaten Rettungsversuch entgegen den Empfehlungen von Wissenschaftlern zugelassen. Ende April wurde das Tier auf einem Lastkahn in die Nordsee geschleppt und dort freigelassen. Zwölf Tage später entdeckten Fischer den toten Wal vor der dänischen Insel Anholt.

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