Rund 79,5 Millionen Euro muss das Land Sachsen-Anhalt für den Notbetrieb des insolventen Chemiewerks von Domo in Leuna aufbringen – den Großteil davon wird es wohl nie zurückbekommen. „Von dem Geld werden wir nicht sehr viel wiedersehen“, erklärte Umwelt- und Energieminister Armin Willingmann (SPD) vor dem Umweltausschuss im Landtag. Zwar werde das Land die Summe im Rahmen des Insolvenzverfahrens anmelden, doch die Erfahrung zeige, dass aus der Insolvenzmasse in der Regel nur wenig übrig bleibe.
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Willingmann verteidigte die Entscheidung zur sogenannten Ersatzvornahme, bei der das Land die Kosten für den Weiterbetrieb übernahm, als alternativlos. „So ein Unternehmen schaltet man nicht einfach ab, indem man den Schlüssel umdreht und nach Hause geht“, sagte der Minister. Es sei darum gegangen, Gefahren für Mensch und Umwelt abzuwenden – „dass uns die Bude nicht um die Ohren fliegt“. Ein ordnungsgemäßes Herunterfahren der Anlage erfordere laut Gutachten zwischen neun und 18 aufeinanderfolgenden Tagen mit Temperaturen über sechs Grad.
Mit der Übernahme des belgischen Unternehmens durch eine neu gegründete Auffanggesellschaft zum 1. April endete auch die Ersatzvornahme. Am Domo-Standort in Leuna wird vor allem Kunststoff produziert, der in der Automobil-, Elektro- und Elektronikbranche zum Einsatz kommt.
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