Diplomatie

Gipfel in Moskau: Putin wirbt um Afrika – Ghanas Präsident will Waffenruhe für die Ukraine fordern

Moskau verspricht mehr Handel und Mitsprache für Afrika. Die Teilnehmer des Russland-Afrika-Forums bringen eigene Themen mit – darunter ein Ende der Kämpfe in der Ukraine.

4 Min
Russlands Präsident Wladimir Putin begrüßt Burundis Präsidenten Évariste Ndayishimiye am 28. Oktober 2026 vor dem Russland-Afrika-Forum in Moskau.

Russlands Präsident Wladimir Putin begrüßt Burundis Präsidenten Évariste Ndayishimiye am 28. Oktober 2026 vor dem Russland-Afrika-Forum in Moskau.

© Gavriil Grigorov/POOL/AFP

Russlands Präsident Wladimir Putin hat zum Auftakt des Russland-Afrika-Gipfels in Moskau für engere Beziehungen zu den Staaten des Kontinents geworben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP stellte er das Treffen am Mittwoch als Teil einer weltpolitischen Neuordnung dar, in der die Vorherrschaft westlicher Staaten ende. 

Zugleich bringen afrikanische Teilnehmer eigene Anliegen nach Moskau. Ghanas Präsident John Mahama hatte etwa angekündigt, bei Putin für eine Waffenruhe in der Ukraine werben zu wollen.

Zu dem zweitägigen Treffen haben nach Angaben von Putins außenpolitischem Berater Juri Uschakow Delegationen aus 48 afrikanischen Ländern ihre Teilnahme zugesagt. Davon würden 22 durch ihre Staatschefs vertreten, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax. Den Vorsitz teilen Putin und Burundis Präsident Évariste Ndayishimiye, der derzeit auch der Afrikanischen Union vorsitzt.

Moskau verspricht Handel und mehr Mitsprache

Putin erklärte laut russischen Medien, eine multipolare Welt werde zur Realität. Die Zeit, in der eine kleine Gruppe von Staaten über das Schicksal ganzer Kontinente entschieden habe, gehe zu Ende. Er sprach sich dafür aus, Afrikas Rolle bei Entscheidungen des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank zu stärken.

Auch wirtschaftlich stellte Putin einen Ausbau der Beziehungen in Aussicht. Mehr als 40 afrikanische Staaten erhielten bereits russisches Getreide und Düngemittel, sagte er nach Angaben von Interfax. Russland sei bereit, weitere Länder zu beliefern. In den ersten neun Monaten dieses Jahres habe das Land nach Angaben Putins 13 Millionen Tonnen Agrarprodukte nach Afrika exportiert.

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Der russische Präsident verwies zudem auf die eigene landwirtschaftliche Leistungsfähigkeit Afrikas. Russland wolle mit Saatgut, Maschinen, Düngemitteln sowie Infrastruktur für Transport, Lagerung und Verarbeitung zur Entwicklung beitragen. Mit einzelnen Staaten gebe es Pläne für gemeinsame Umschlagzentren.

Putin wirbt für alternative Zahlungssysteme

Putin warb zudem für einen Ausbau des Zahlungsverkehrs in nationalen Währungen und die gegenseitige Eröffnung von Bankfilialen. Nach Angaben von Interfax schlug er vor, dafür unter anderem das Finanznachrichtensystem SPFS der russischen Zentralbank sowie das panafrikanische Zahlungssystem zu nutzen.

Dies solle Transaktionskosten senken und Zahlungen vor politisch motivierten Eingriffen westlicher Staaten schützen, erklärte Putin. Bislang spielt der US-Dollar im internationalen Zahlungsverkehr noch eine zentrale Rolle.

Ghana will über den Ukraine-Krieg sprechen

Für Ghana steht neben wirtschaftlicher Zusammenarbeit auch der Krieg in der Ukraine auf der Tagesordnung. Präsident Mahama hatte beim Africa Summit der Financial Times am 21. Oktober angekündigt, Putin zu einer Waffenruhe bewegen zu wollen, wie die ghanaische Zeitung Daily Graphic berichtete. Mahama traf demnach bereits am Montag in Moskau ein.

Auf dem offiziellen Programm stehen zunächst jedoch andere Themen. Laut Anadolu sollen die Teilnehmer des Gipfels unter anderem einen Aktionsplan für die Zusammenarbeit von 2027 bis 2029 sowie eine Erklärung zu künstlicher Intelligenz verabschieden. Zu den vorgesehenen Themen gehören Handel, Energie, Landwirtschaft, Bildung und Technologie. Beschlüsse standen zum Auftakt noch aus.

Russlands Einfluss reicht über Wirtschaftsprojekte hinaus

Der Gipfel ist das dritte Treffen dieses Formats nach den Zusammenkünften 2019 und 2023. Russland konkurriert auf dem Kontinent mit den USA, europäischen Staaten und China um politischen und wirtschaftlichen Einfluss. Die 54 afrikanischen Länder bilden den größten regionalen Staatenblock bei den Vereinten Nationen.

In Teilen Afrikas stützt sich Moskaus Einfluss zugleich auf militärische Zusammenarbeit. Die Militärregierungen in Mali, Burkina Faso und Niger haben sich von früheren westlichen Sicherheitspartnern abgewandt und Russland zugewandt. Nach dem Einsatz der Söldnergruppe Wagner übernahm dort zunehmend das dem russischen Verteidigungsministerium unterstellte Afrikakorps Aufgaben.

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