Ein Auftritt der Klimaaktivistin Greta Thunberg beim Zurich Film Festival (ZFF) ist trotz einer zuvor ausgebuchten Veranstaltung vor weitgehend leerem Saal verlaufen, wie die Schweizer Zeitung Tages-Anzeiger am Mittwoch berichtete. Für das Podium zum Konflikt um die Westsahara waren rund 300 Plätze verfügbar, am Ende hätten jedoch nur etwa 40 Menschen in dem Saal gesessen, obwohl online keine Tickets mehr verfügbar gewesen seien.
Nach Angaben des ZFF waren die Tickets für die Veranstaltung zunächst schnell reserviert. Eine Sprecherin des Festivals bestätigte laut Tages-Anzeiger und SRF zudem, dass bei einzelnen Reservierungen eine größere Anzahl von Tickets gebucht worden sei. Nachträglich habe das Festival die Zahl der reservierbaren Tickets auf maximal vier pro Person begrenzt und einzelne Reservierungen entsprechend angepasst.
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Was vermutet Greta Thunberg?
Anlass für Thunbergs Auftritt war die Weltpremiere des Dokumentarfilms „My Home of Wind and Sand“. Der Film handelt von Najla Mohamed Lamin und ihrem Einsatz für die Selbstbestimmung der Sahrawi (auch: Sahrauis), wie der Tages-Anzeiger berichtet. Thunberg war nach Angaben der Zeitung auf Einladung der Produktionsfirma des Films zum Festival gekommen. Dabei sprach sie unter anderem über den Konflikt und dessen Verbindung zu Fragen der Klimaungerechtigkeit. Thunberg kritisierte zudem, dass Medien und Nichtregierungsorganisationen den Konflikt um die Westsahara weitgehend ignorierten.
Die Westsahara stand bis in die 1970er Jahre unter spanischer Herrschaft. Heute beanspruchen nach Angaben der Nachrichtenagentur AP sowohl Marokko als auch die Polisario-Front die Region für sich. Die Polisario-Front, die von Flüchtlingslagern im Südwesten Algeriens aus operiert, gibt dem Bericht zufolge an, die Interessen der Sahrawi zu vertreten, der indigenen Bevölkerung der Westsahara.
Thunberg selbst nannte laut Tages-Anzeiger Marokko als möglichen Verantwortlichen. Die leeren Plätze seien aus ihrer Sicht ein Zeichen dafür, dass der Kampf der Sahrawi unterdrückt werden solle. Eine ZFF-Sprecherin erklärte dem Bericht zufolge, das ZFF könne derzeit nicht beurteilen oder kommentieren, ob hinter den zahlreichen nicht wahrgenommenen Reservierungen eine gezielte Aktion steckte. Die marokkanische Botschaft in der Schweiz antwortete nach Angaben der Zeitung zunächst nicht auf eine Anfrage.
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