Der Linken-Fraktionschef Sören Pellmann ist der Roten Hilfe beigetreten. Der Leipziger Bundestagsabgeordnete bestätigte einen entsprechenden Bericht.
Zuletzt wurde bekannt, dass die Spitzenkandidatin der Berliner Linken für die Wahl zum Abgeordnetenhaus, Elif Eralp, ebenfalls Mitglied war. Eralp wurde dafür scharf kritisiert.
Warum Pellmann der Roten Hilfe beitritt
Pellmann begründete seinen Schritt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit der Bedeutung fairer Gerichtsverfahren. „Eine solche NGO ist wichtig, wenn es darum geht, dass es faire Gerichtsverfahren gibt, in denen sich Verfahrensbeteiligte durch Anwältinnen und Anwälte vertreten lassen können“, sagte er. „Insbesondere auch dann, wenn sie sich diese nicht leisten können.“
Der Beitritt erfolgte, nachdem die frühere Mitgliedschaft seiner Parteikollegin Eralp öffentlich kritisiert worden war.
Was ist die Rote Hilfe? Die Selbstbeschreibung des Vereins
Die Rote Hilfe versteht sich laut ihrer Satzung als „linke Schutz- und Solidaritätsorganisation“ für Menschen, die wegen ihrer politischen Betätigung verfolgt werden.
Nach dieser Darstellung unterstützt der Verein von Strafermittlungen Betroffene materiell und politisch. „Ausschlaggebend ist allein die politisch linke Motivation der Tat“, heißt es in der Satzung.
In ihrer ausführlicheren Selbstbeschreibung nennt sich die Organisation „parteiunabhängige, strömungsübergreifende linke Schutz- und Solidaritätsorganisation“. Sie unterstütze Menschen, die wegen politischer Betätigung vor Gericht gestellt oder zu Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt würden.
Warum der Verfassungsschutz die Rote Hilfe beobachtet
Der Berliner Verfassungsschutz ordnet die Rote Hilfe dem Linksextremismus zu. Im Jahresbericht 2025 bezeichnet die Behörde die Berliner Ortsgruppe als „mit Abstand größte linksextremistische Organisation“ der Stadt.
Das Unterstützungspotenzial beziffert der Verfassungsschutz auf 2650 Personen, nach 2600 im Vorjahr. Begründet wird die Beobachtung mit der Gegnerschaft der Organisation und ihrer Entscheidungsträger zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung.
Wichtig ist eine Unterscheidung, die die Behörde selbst trifft: Nicht alle Mitglieder verfolgten demnach eigene verfassungsfeindliche Ziele. Aus einer Mitgliedschaft allein lasse sich laut dem Bericht keine persönliche Einstufung ableiten.
Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz führt den Verein im Bereich Linksextremismus. Im Verfassungsschutzbericht 2024 nennt die Bundesbehörde die Rote Hilfe mit damals rund 14.400 Mitgliedern die größte Gruppierung des deutschen Linksextremismus. Sie biete innerhalb der Szene einen „Legitimationsrahmen“ für Straf- und Gewalttaten.
Elif Eralp und die Rote Hilfe – was belegt ist
Belegt ist Eralps frühere Mitgliedschaft durch offizielle Unterlagen des Berliner Abgeordnetenhauses. Im Abgeordnetenhandbuch von 2022 und in der zweiten Auflage vom Juli 2023 wird die Rote Hilfe e. V. unter ihren offengelegten Mitgliedschaften geführt.
In der dritten Auflage mit Stand vom 8. Oktober 2025 fehlt der Verein. Auch auf ihrem aktuellen Profil beim Abgeordnetenhaus taucht er nicht mehr auf.
Nach Angaben der Berliner Linken trat Eralp während ihres Jurastudiums bei. Sie habe Menschen unterstützen wollen, die sich für linke und soziale Anliegen engagierten, aber kein Geld für juristischen Beistand hatten. Danach sei sie „über Jahre passives Mitglied“ gewesen und 2025 wegen „teilweise anderer politischer Ansichten“ ausgetreten – noch vor ihrer Nominierung als Spitzenkandidatin.
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Öffentlich wurde Eralps frühere Mitgliedschaft wenige Tage nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl. Die Linke wurde nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft, Eralp gewann ihren Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg 1 direkt.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bezeichnete sie vor diesem Hintergrund als nicht geeignet für das Amt der Regierungschefin.
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