Diebstahl

Holzdiebe in Sachsen-Anhalt stehlen seltener, aber dafür mehr auf einmal

In Sachsen-Anhalts landeseigenen Wäldern verschwindet deutlich weniger Holz als früher. Doch die Mengen pro Fall wachsen. Vor allem eine Region ist betroffen.

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Im Wald gelagertes Holz ist für Diebe ein leichtes Ziel. Betroffen ist in Sachsen-Anhalt vor allem eine Region.

Im Wald gelagertes Holz ist für Diebe ein leichtes Ziel. Betroffen ist in Sachsen-Anhalt vor allem eine Region.

© Patrick Pleul

In den landeseigenen Wäldern Sachsen-Anhalts wird deutlich weniger Holz gestohlen als noch vor wenigen Jahren. In den vergangenen drei Jahren seien im Schnitt nur noch rund zehn Festmeter pro Jahr abhandengekommen, teilte das Wirtschaftsministerium in Magdeburg auf Anfrage der OAZ mit. Von 2018 bis 2022 waren es durchschnittlich etwa 200 Festmeter jährlich. Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter Holz.

Zugleich steigt nach Angaben des Ministeriums die Menge, die pro Fall gestohlen wird. Zum Teil seien ganze Holzstapel, die zum Abtransport bereitlagen, mit einem Lkw weggefahren worden. Bäume wurden in den Landeswäldern dagegen nicht gestohlen.

Vor allem der Harz betroffen

Weit überwiegend trifft der Diebstahl die Harzregion, vor allem in den Monaten von Oktober bis März. Von 2010 bis 2018 lag die gestohlene Menge noch bei durchschnittlich rund 80 Festmetern im Jahr, danach stieg sie deutlich an.

Für den Landesforstbetrieb wie für andere Waldbesitzer bedeute Holzdiebstahl finanzielle Einbußen, so das Ministerium. Weil zuletzt deutlich weniger verschwunden sei, halte sich der wirtschaftliche Schaden aber in Grenzen. Dem Land gehören knapp 30 Prozent der Waldfläche in Sachsen-Anhalt.

Schnelle Abfuhr als beste Vorsorge

Das größte Risiko besteht dem Ministerium zufolge dann, wenn geschlagenes Holz lange im Wald liegt. Die beste Vorsorge sei daher, es zügig abzufahren. Der Landesforstbetrieb brachte zudem teilweise GPS-Tracker am Holz an, in einem Fall führte das zum Erfolg.

Waldbesitzern empfiehlt das Landeskriminalamt, ihre Flächen regelmäßig zu kontrollieren. Auch Kameras oder Tracking könnten helfen, in öffentlich zugänglichen Bereichen gelten für Kameras aber besondere Datenschutzregeln.

Hintergrund: Anstieg während der Energiekrise

Bei der Polizei in Sachsen-Anhalt schwankte die Zahl der Anzeigen wegen Holzdiebstahls zuletzt stark. Nach einem Tiefstand von 25 Fällen im Jahr 2021 waren es 2022 mehr als sechsmal so viele. Den Schaden bezifferte die Polizei für 2022 auf etwa 230.000 Euro, für 2023 auf rund 200.000 Euro.

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Der Anstieg fiel in die Zeit der Energiekrise, als Brennholz stark gefragt war. Eine Abfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab Ende 2023 auch in Brandenburg und mehreren westdeutschen Ländern steigende Zahlen, teils hatten sie sich verdoppelt. Nur Sachsen meldete damals einen Rückgang. Bundesweit bezifferte der Waldeigentümerverband AGDW den Schaden in dieser Zeit auf mehrere Millionen Euro im Jahr.

Rückgang auch in Brandenburg und Sachsen

2024 gingen die Zahlen in beiden Nachbarländern zurück. In Brandenburg sanken die Fälle um gut ein Fünftel, lagen aber weiter über dem Niveau von 2021. In Sachsen wurden bis Ende November ebenfalls weniger Anzeigen gezählt als im Vorjahreszeitraum.

Anderswo in Sachsen-Anhalt werden auch stehende Bäume gestohlen. Im Februar 2025 fällten Unbekannte bei Thale im Harz fünf Hainbuchen und transportierten sie mit einem Radlader ab. Den Schaden schätzte die Polizei auf etwa 4500 Euro.

Im April 2026 verschwanden im Jerichower Land zwei bereits gefällte Stämme, die zum Abtransport bereitlagen. Die Täter zerteilten sie und fuhren sie mit schwerem Gerät weg, der Schaden liegt im mittleren vierstelligen Bereich.

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