Die Kommunen in Sachsen-Anhalt nehmen so viel Hundesteuer ein wie noch nie. Im ersten Halbjahr 2026 kamen landesweit gut 7,1 Millionen Euro zusammen, 7,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Hält die Entwicklung an, könnten es in diesem Jahr erstmals mehr als 14 Millionen Euro werden. Und die nächsten Erhöhungen sind schon beschlossen, etwa in der Lutherstadt Wittenberg, wo Hundehalter ab 2027 statt 84 dann 96 Euro im Jahr zahlen.
Hinter dem Plus stecken zwei Entwicklungen. Zum einen haben mehrere Städte und Gemeinden ihre Sätze angehoben, die jede Kommune selbst festlegt. Zum anderen steigt die Zahl der Hunde: Ende 2025 waren im Land mehr als 184.000 Tiere gemeldet, rund 2000 mehr als ein Jahr zuvor.
Halle nimmt trotz weniger Hunden mehr ein
Wie unterschiedlich die Gründe sind, zeigt ein Blick auf die beiden größten Städte des Landes. Halle hat zum 1. Januar 2026 den Satz für den ersten Hund von 100 auf 120 Euro erhöht. Im ersten Halbjahr habe die Stadt knapp 600.000 Euro eingenommen, sagte Stadtsprecher Drago Bock auf OAZ-Anfrage. Das seien rund 100.000 Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.
Das Plus gehe allein auf die Erhöhung zurück, so Bock. Die Zahl der gemeldeten Hunde sei sogar leicht gesunken, von 10.440 Mitte 2025 auf 10.260 Mitte 2026. Eine weitere Änderung der Hundesteuersatzung sei derzeit nicht geplant.
Magdeburg zählt mehr Hunde
In Magdeburg gilt seit August 2024 ein einheitlicher Satz von 114 Euro je Hund, für den ersten Hund waren es zuvor 96 Euro. Die Einnahmen stiegen nach Angaben von Stadtsprecher Michael Reif von rund 1,37 Millionen Euro im Jahr 2024 auf knapp 1,47 Millionen Euro im Jahr 2025, ein Plus von rund sieben Prozent. Anders als in Halle gibt es hier auch mehr Hunde: Ende 2024 waren 12.938 gemeldet, derzeit sind es laut Reif 13.248. Für 2027 seien keine Änderungen geplant.
Einen Vergleich mit den Kosten, die durch Hundehaltung entstehen, hält Reif für nicht möglich. Die Steuer sei nicht zweckgebunden, ein solcher Vergleich daher auch nicht zielführend. Die städtischen Aufwendungen stiegen gleichwohl, schon wegen höherer Personalkosten. In Halle werden solche Kosten laut Bock nicht gesondert erfasst.
Hundekot bleibt Sache der Halter
Für die Beseitigung von Hundekot ist in Magdeburg grundsätzlich verantwortlich, wer mit dem Hund unterwegs ist, auch auf den Hundewiesen. Entsorgt werden darf er nach Reifs Angaben in jedem öffentlichen Papierkorb und im Hausmüll. An bekannten Schwerpunkten rücke der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb trotzdem mit einer Spezialmaschine aus. Das Ordnungsamt kontrolliere bei seinen Streifen auch, ob Hundehalter eine Tüte dabeihaben.
Ursprünglich sollte die Hundesteuer die Zahl der Hunde begrenzen. Reif bezeichnet sie bis heute als ordnungspolitische Steuer, die auch finanzielle Seiten habe. Die Einnahmen fließen in den allgemeinen Haushalt, einen Anspruch auf Gegenleistungen wie Abfallbehälter oder Auslaufflächen haben Hundehalter nicht.
Von 70 bis 120 Euro für den ersten Hund
Auch kleinere Gemeinden haben zuletzt erhöht. In Allstedt stieg der Satz für den ersten Hund 2025 von 40 auf 70 Euro – ein Plus von 75 Prozent. Ilsenburg im Harz hob ihn von 65 auf 80 Euro an. In Nienburg (Saale) wurden der zweite und jeder weitere Hund um je zehn Euro teurer.
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Wittenberg bleibt auch nach der Erhöhung vergleichsweise moderat. Halle verlangt für den ersten Hund 120 Euro, Magdeburg 114 Euro. Für die Kommunen ist die Abgabe eine verlässliche Einnahmequelle, im Haushalt aber ein kleiner Posten: Magdeburg plant für 2026 mit Gesamterträgen von rund 984 Millionen Euro, Halle mit rund 981 Millionen Euro – die Hundesteuer macht davon jeweils weniger als 0,2 Prozent aus.
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