Kriminalstatistik

Schwarzfahren in Sachsen-Anhalt: 58 Prozent der Verdächtigen sind Ausländer

In Sachsen-Anhalt wurden innerhalb von sechs Monaten 1667 Menschen wegen Schwarzfahrens und ähnlicher Taten verdächtigt. Neue Zahlen zeigen, woher sie kommen.

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Fahrgäste sitzen im morgendlichen Berufsverkehr in einer Straßenbahn in Halle.

Fahrgäste sitzen im morgendlichen Berufsverkehr in einer Straßenbahn in Halle.

© Jens Schlüter/dpa

Mehr als die Hälfte der Verdächtigen beim Schwarzfahren in Sachsen-Anhalt waren im ersten Halbjahr 2026 Ausländer. Von insgesamt 1667 Verdächtigen hatten 974 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Ihr Anteil lag damit bei 58,4 Prozent.

670 Tatverdächtige waren Deutsche, vier waren staatenlos und bei 19 war die Staatsangehörigkeit ungeklärt. Zum Vergleich: In Sachsen-Anhalt lebten Ende Juni 2026 rund 170.000 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Sie machten etwa acht Prozent der Bevölkerung aus. Unter den Verdächtigen können auch Durchreisende oder Pendler ohne Wohnsitz in Sachsen-Anhalt sein.

Polen sind größte ausländische Gruppe beim Schwarzfahren

Unter den ausländischen Tatverdächtigen stellten Polen mit 168 Personen die größte Gruppe. Es folgten Syrer (106), Ukrainer (83) und Rumänen (58). Aus Algerien kamen 38 Verdächtige, aus Afghanistan und Ungarn jeweils 36.

Die Zahlen stammen aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Matthias Büttner. Die Polizei wertete dafür Straftaten aus, die an Bahnhöfen, in Zügen und an weiteren Verkehrsorten erfasst wurden. Die Statistik führt Schwarzfahren und ähnliche Taten unter der Bezeichnung „Erschleichen von Leistungen“.

54 Prozent aller erfassten Tatverdächtigen waren Ausländer

Insgesamt erfasste die Polizei bei allen Straftaten an Bahnhöfen, in Zügen und anderen Verkehrsorten im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 2949 Tatverdächtige. Darunter waren 1592 Ausländer, was einem Anteil von 54 Prozent entspricht. 1320 Verdächtige hatten einen deutschen Pass. Bei weiteren 37 war die Staatsangehörigkeit ungeklärt oder sie waren staatenlos.

Die meisten ausländischen Tatverdächtigen kamen aus Syrien (213), gefolgt von Polen (184), der Ukraine (128), Afghanistan (85) und Rumänien (72). Bei Sexualstraftaten ermittelte die Polizei 26 Verdächtige, darunter elf Deutsche. Bei Raub und ähnlichen Straftaten waren es elf Verdächtige, davon zehn Deutsche.

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Von allen erfassten Tatverdächtigen hielten sich 254 unerlaubt in Deutschland auf. Weitere 177 waren Asylbewerber und 124 geduldet. 331 waren Schutz- oder Asylberechtigte beziehungsweise Kontingentflüchtlinge.

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