Gehaltsentwicklung

Sachsen: Bruttolöhne legen um 4,4 Prozent zu

Die Bruttolöhne in Sachsen sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Vollzeitbeschäftigte verdienten im Schnitt 53.584 Euro – deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt.

OAZ
2 Min
Auch wenn Sachsens Bruttolöhne gestiegen sind, liegt das Lohnniveau immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Auch wenn Sachsens Bruttolöhne gestiegen sind, liegt das Lohnniveau immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

© Michael Bihlmayer/IMAGO

Vollzeitbeschäftigte in Sachsen haben im vergangenen Jahr im Durchschnitt 53.584 Euro brutto verdient. Das waren nominal 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr, als der Durchschnittsverdienst bei 51.339 Euro lag. Das teilte das Statistische Landesamt in Kamenz mit. In der Summe enthalten sind auch Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Im bundesweiten Vergleich liegt Sachsen damit weiter zurück. Laut Statistischem Bundesamt betrug der durchschnittliche Bruttojahresverdienst bundesweit 64.441 Euro. In den alten Bundesländern lag er bei 66.171 Euro, in den neuen Bundesländern bei 52.926 Euro.

Die Höhe der Verdienste hängt nach Angaben der Statistiker stark von der Unternehmensgröße ab. In Firmen mit ein bis neun Beschäftigten lag der durchschnittliche Bruttojahresverdienst bei 42.890 Euro. In Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern stieg er auf 48.157 Euro, in Betrieben mit 1.000 und mehr Beschäftigten auf 63.693 Euro.

Tarifbindung wirkt deutlich

Auch die Tarifbindung macht sich deutlich bemerkbar. In tarifgebundenen Unternehmen erzielten Vollzeitbeschäftigte im Schnitt 59.927 Euro, in nicht tarifgebundenen Unternehmen waren es 48.208 Euro.

Eine Rolle spielen den Angaben zufolge auch Alter und Dauer der Beschäftigung. Bis zu 24 Jahre alte Arbeitnehmer verdienten im Schnitt 40.396 Euro, Beschäftigte ab 65 Jahren 67.860 Euro. Bei einer Unternehmenszugehörigkeit von unter einem Jahr lag der Jahresverdienst bei 43.236 Euro, nach mehr als 31 Jahren bei 64.744 Euro.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Sachsen erklärte, Tarifverträge zeigten Wirkung. Nach Daten des Statistischen Landesamtes arbeiten im Freistaat lediglich 42 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen – bundesweit der letzte Platz. DGB-Landesvorsitzende Daniela Kolbe forderte die Staatsregierung auf, für mehr Tarifbindung in die Offensive zu gehen. Sowohl bei der Vergabe von Aufträgen als auch bei der Vergabe von Fördermitteln müsse ein Tarifvertrag Pflicht sein, erklärte Kolbe.

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