Kunstmarkt

Sensationsfund in der Kunstwelt: Zwei unbekannte Porträts von Rembrandt entdeckt

In London tauchten in einer privaten Kollektion zwei Gemälde des berühmten Malers auf. Jedes ist mehrere Millionen Pfund wert.

Franka Klaproth
Franka Klaproth
3 Min
Zwei kleine Porträts eines älteren Paares, signiert und datiert 1635 von dem niederländischen Meister Rembrandt.

Zwei kleine Porträts eines älteren Paares, signiert und datiert 1635 von dem niederländischen Meister Rembrandt.

© Christie's

Die Fülle an Werken, die im sogenannten Goldenen Zeitalter in den Niederlanden entstanden, ist beispiellos. Aus der etwa einhundert Jahre andauernden kulturellen Blütezeit der holländischen Provinzen sind zahlreiche Maler in die Kunstgeschichte eingegangen – dazu zählen etwa Jan Vermeer, Anthonis Van Dyck oder Peter Paul Rubens, um nur drei zu nennen. 

Der berühmteste von allen ist wohl Rembrandt Harmenszoon van Rijn, der den meisten nur unter seinem Vornamen geläufig ist. Über 300 Bilder hat der Maler des Barocks der Kunstwelt hinterlassen, etwa „Die Anatomie des Dr. Tulp“ oder „Die Nachtwache“. Seine viel beachtete Sammlung hat sich jetzt überraschenderweise um zwei Exemplare erweitert. 

Vor ein paar Tagen meldete das Londoner Auktionshaus Christie’s einen Sensationsfund: Zwei Rembrandt-Porträts von „außergewöhnlicher Seltenheit“ wurden zu Anfang der Pandemie in einer Privatkollektion entdeckt. Über 200 Jahre sollen die Gemälde aus der Öffentlichkeit verschwunden gewesen sein.

Das Gutachten war ein Routinevorgang

Es handelte sich nur um ein routinemäßiges Gutachten der Kunstsammlung einer Familie, bei dem Henry Pettifer, Vorsitzender bei Christie’s, auf die beiden Gemälde stieß. „Die Bilder hatten sofort meine gesamte Aufmerksamkeit“, sagte Pettifer gegenüber CNN. Die Eigentümer zeigten sich ebenfalls überrascht: Laut Pettifer hatten sie sich vorher nicht mit ihren Kunstwerken auseinandergesetzt und keine großen Erwartungen an das Gutachten gestellt.

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Pettifer sei „unglaublich aufgeregt “ über seine Entdeckung gewesen, wollte aber zu diesem Zeitpunkt noch keine voreiligen Schlüsse ziehen. Nachdem die Bilder von dem Rijksmuseum in Amsterdam ausführlichen Prüfungen unterzogen wurden, besteht heute kein Zweifel mehr: Die Porträts stammen in der Tat von dem Malergenie. 

„Es ist wirklich bemerkenswert, dass  niemand von den Bildern wusste“, so Pettifer, „sie tauchen in keiner Rembrandt-Literatur des 19. oder 20. Jahrhunderts auf.“ Lediglich in einer Fußnote des Buches „Dutch Paintings in the Metropolitan Museum of Art“ aus dem Jahr 2007 finden sie eine Erwähnung.

Bei den porträtierten Personen auf den 20 Zentimeter großen Ölporträts handelt es sich um ein Ehepaar, das mit Rembrandt verwandt war, so das Ergebnis der Untersuchung. Die Porträts blieben bis 1760 im Besitz der Familie, anschließend landeten sie in verschiedenen Kunstsammlungen in Warschau und Paris.  

Porträts sollen für mehrere Millionen Pfund versteigert werden

1824 verschwanden sie von der Bildfläche: Als der britische Generalleutnant James Murray die Bilder bei Christie’s zum Verkauf anbot, wurden sie von Vorfahren der jetzigen Besitzer ersteigert. Seither befanden sie sich in deren Privatsammlung. Angeblich hatte Murray bei Christie’s die Bilder mit dem Vermerk „Rembrandt – sehr lebhaft und fein koloriert“ abgegeben; der Familie, die namentlich nicht bekannt ist, fehlte die Info offensichtlich.

Nun finden die Rembrandt-Originale aus dem Jahr 1635 wieder ihren Weg in die Öffentlichkeit und werden zunächst in New York und Amsterdam ausgestellt. Am 1. Juli startet dann die Versteigerung bei Christie’s. Laut Pettifer könnten die Gemälde für fünf bis acht Millionen Pfund unter den Hammer kommen.

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