Die Mail-Postfächer von Abgeordneten der Linken im Bundestag sind durch einen massiven Cyberangriff lahmgelegt worden. Nach Angaben aus Parlamentskreisen trafen so viele Nachrichten ein, dass die Konten zeitweise nicht mehr nutzbar waren.
Beschrieben wurde der Vorfall als „Spam-Bombing-Angriff“, so die Deutsche Presse-Agentur. Betroffen war ausschließlich die Linksfraktion; im übrigen Mailverkehr des Bundestags kam es nur zu Verzögerungen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist eingeschaltet.
Zeitgleich beschäftigt ein zweiter, davon unabhängiger Vorfall das Parlament: Apple warnte mehrere Abgeordnete vor Spähsoftware auf ihren iPhones. Beide Angriffe stehen den Angaben zufolge nicht miteinander in Verbindung.
Spam-Bombing: Wie tausende Mails die Postfächer der Linken blockierten
Nach Informationen aus Parlamentskreisen trafen auf den Konten der Linken-Abgeordneten so viele Nachrichten ein, dass die Postfächer blockiert und zeitweise unbrauchbar waren. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur.
Abgesendet wurden die Mails demnach von vielen verschiedenen Adressen, mit wechselnden Betreffzeilen und in mehreren Sprachen. Die Masse an Nachrichten machte die Postfächer vorübergehend unbenutzbar.
Die Attacke zielte ausschließlich auf die Linksfraktion. Andere Fraktionen oder Abgeordnete waren nach den vorliegenden Angaben nicht Ziel des Angriffs. Im übrigen Mailverkehr des Bundestags kam es lediglich zu Verzögerungen, weil die Server über ausreichend Kapazitäten verfügen. Die Abgeordneten erhielten inzwischen eine Anleitung, mit der sich die massenhaften E-Mails herausfiltern lassen.
Zweiter Vorfall: Apple warnt Abgeordnete vor Spähsoftware
Unabhängig vom Spam-Bombing beschäftigt ein weiterer Angriff den Bundestag. Nach Angaben des BSI verschickt Apple seit Donnerstag Bedrohungsbenachrichtigungen an bestimmte iPhones von Politikern. Das geht aus einem Schreiben der Behörde hervor, das dem ZDF vorliegt.
Der Konzern stuft solche Warnungen als sehr zuverlässige Hinweise darauf ein, dass eine Person gezielt angegriffen wurde. Ob der jeweilige Angriff erfolgreich war, lässt sich aus der Meldung allerdings nicht ablesen.
Nach Angaben des Bundesinnenministeriums ging die Warnung an mehrere Mitglieder des Bundestages sowie an weitere Personen des öffentlichen Lebens. Wer genau betroffen ist, ist nicht öffentlich.
Bei der Schadsoftware soll es sich laut BSI um sogenannte Mercenary Spyware handeln – kommerziell entwickelte Spähprogramme, die in der Vergangenheit häufig im Auftrag staatlicher Akteure gegen einzelne, gezielt ausgewählte Personen eingesetzt wurden.
Spyware-Angriff auf Regierungshandys: Abgeordnete betroffen
AfD-Hackerangriff: 420.000 E-Mails und Dokumente im Netz
Ist ein Gerät befallen, lassen sich verschlüsselte Chats mitlesen, Passwörter abgreifen und Standorte verfolgen. Auch Kamera und Mikrofon können die Angreifer demnach aktivieren.
Wie die Bundesregierung reagiert
Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) räumte in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ ein, dass Geräte von Abgeordneten und Regierungsmitgliedern betroffen seien. Dem ZDF sagte er, man nehme den Vorgang mit Sorge zur Kenntnis; so etwas komme leider gelegentlich vor. Über den Hintergrund lasse sich derzeit nur spekulieren, man müsse die Prüfung abwarten.
„Die Bundesregierung nimmt den Vorfall und die Warnung natürlich sehr ernst“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in der Bundespressekonferenz. Welche Regierungsmitglieder betroffen seien, könne er öffentlich nicht sagen.
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