Hohe Energiepreise

SPD-Wirtschaftsexperte kritisiert Gasumlage als ungerecht

Der SPD-Wirtschaftspolitiker Bernd Westphal plädiert dafür, die Gasumlage einfach aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren.

Team News Alexander Schmalz dpa/lex
2 Min
SPD-Politiker Bernd Westphal kritisiert die vom Bundeskabinett beschlossene Gasumlage.

SPD-Politiker Bernd Westphal kritisiert die vom Bundeskabinett beschlossene Gasumlage.

© dpa/Christophe Gateau

In der Debatte um weitere Entlastungen wegen stark steigender Preise hat der SPD-Wirtschaftspolitiker Bernd Westphal die vom Bundeskabinett beschlossene Gasumlage kritisiert. Es wäre „wesentlich gerechter, die Gasumlage aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren, statt komplizierte Entlastungsmechanismen zu organisieren“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion der Augsburger Allgemeinen (Dienstag).

„Außerdem sind diejenigen, die mit Öl oder Wärmepumpe heizen, nicht an der solidarischen Finanzierung der nationalen Krise beteiligt“, sagte der SPD-Politiker und plädierte gleichzeitig für eine Übergewinnsteuer.

Die Koalitionsregierung hatte sich vergangene Woche auf eine Gasumlage geeinigt, die ab Herbst zu Preissteigerungen für Gaskunden führen wird. Die Bundesregierung will damit einen Zusammenbruch von Importeuren infolge stark gedrosselter russischer Gaslieferungen verhindern. Die Umlage soll ab Anfang Oktober greifen und Importeuren helfen, die Gas deutlich teurer einkaufen müssen, diese Mehrkosten derzeit aber nicht ihren Kunden in Rechnung stellen können. Die Höhe der Umlage wird derzeit noch berechnet.

Gasumlage: Jens Spahn spricht von handwerklichen Fehlern

Die Umlage kann noch durch den Bundestag gekippt werden. Unionsfraktionsvize Jens Spahn (CDU) hatte bereits handwerkliche Fehler kritisiert und einen Antrag auf Aufhebung der entsprechenden Verordnung nicht ausgeschlossen.

Mit Blick auf immer weiter steigender Preise forderte Westphal: „Wir brauchen bei den Energiekosten eine zusätzliche Entlastung bis weit in die gesellschaftliche Mitte hinein. Die Lage ist dramatisch.“ Er forderte außerdem die Senkung der Stromsteuer „auf ein europäisches Mindestmaß“ sowie die Einführung eines Industriestrompreises wie in Frankreich. Westphal plädierte zudem für die Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas sowie die Aussetzung der nächsten Stufe der CO₂-Abgabe.

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