Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, ist in Untersuchungshaft gekommen. Grund ist unter anderem der Verdacht der Spionage. Das teilte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft mit.
Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe habe den Haftbefehl gegen den 80-Jährigen in Vollzug gesetzt. Weitere Details zu den konkreten Vorwürfen oder zum Hintergrund der Ermittlungen wurden zunächst nicht öffentlich gemacht.
„Mein Mandant wird zu Unrecht verfolgt“
Einer Mitteilung des Generalbundesanwalts zufolge wird wegen mutmaßlicher landesverräterischer Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen, versuchtem Landesverrat und geheimdienstlicher Agententätigkeit gegen Hanning ermittelt.
Der Ex-BND-Präsident ist nach Auskunft seines Anwalts zwar im Besitz vertraulicher Unterlagen gewesen. „Unzutreffend ist allerdings der Vorwurf, er habe darin enthaltene Informationen zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland - geschweige denn gegen Bezahlung - weitergegeben“, teilte Rechtsanwalt Leon Kruse mit. Die weiteren Ermittlungen würden das zeigen. „Mein Mandant wird zu Unrecht verfolgt“, betonte Kruse.
Hanning stand von 1998 bis 2005 an der Spitze des deutschen Auslandsgeheimdienstes. Anschließend war er bis 2009 Staatssekretär im Bundesinnenministerium.
Ex-BND-Chef Hanning wegen Spionageverdachts festgenommen
Vom Top-Spion zum Verdachtsfall: Wer ist Ex-BND-Chef August Hanning?
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]