Der Standort Boxberg in der Lausitz zählt zu den Gewinnern der ersten Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur für neue Gaskraftwerke. Dort soll künftig eine Anlage entstehen, die den bisherigen Braunkohleblock ablösen und die bestehende Energieinfrastruktur weiternutzen soll.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wertete den Zuschlag als „großen Erfolg und wichtiges Signal für Sachsen und die Lausitz“. Der Freistaat habe sich dafür eingesetzt, dass die vorhandenen Anlagen weiter genutzt werden und die Beschäftigten auch nach dem Auslaufen der Braunkohleverstromung eine berufliche Perspektive am Standort behalten.
Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) betonte, das Ende der Braunkohle bedeute nicht das Ende des Kraftwerksbetriebs. Durch die Weiternutzung der bestehenden Infrastruktur ließen sich die Kosten für einen kompletten Neubau vermeiden. Das sei volkswirtschaftlich sinnvoll und komme letztlich den Stromkunden zugute.
Elf Standorte in fünf Bundesländern
Insgesamt sollen bis 2031 elf neue Gaskraftwerke entstehen – neben Sachsen auch in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Die Bundesnetzagentur plant noch zwei weitere Ausschreibungsrunden. Die Anlagen sollen die Stromversorgung in sogenannten Dunkelflauten absichern, also in Phasen, in denen Wind- und Solaranlagen kaum Strom liefern.
Finanziert werden sollen die neuen Kraftwerke über eine Umlage, die alle Stromverbraucher gemeinsam tragen. Wie stark der Strompreis dadurch steigt, ist bislang nicht beziffert. Zunächst sollen die Anlagen mit Erdgas betrieben werden. Spätestens 2045 ist vorgesehen, dass sie „klimaneutral“ mit Wasserstoff laufen.
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