Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat die Marinewerftengruppe Naval Vessels Lürssen (NVL) übernommen und damit auch die Peene-Werft in Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern, die für ihren Spezialschiffbau international bekannt ist. Wie die Ostsee-Zeitung zuerst berichtet, markiere die Übernahme eine strategische Erweiterung des Konzerns, der nun vom Zulieferer für Marineausrüstung zum vollwertigen Schiffbauer avanciere.
Die Transaktion, deren Kaufpreis vertragsgemäß geheim bleibt, wurde zum 1. März 2026 abgeschlossen. Laut Rheinmetall liegen alle kartellrechtlichen Genehmigungen vor. Die Peene-Werft ist einer von vier Standorten der NVL-Gruppe, zu der auch Werften in Hamburg, Wilhelmshaven und Bremen gehören. In der Region ist sie ein wichtiger industrieller Arbeitgeber mit maritimer Tradition. Mit rund 2.100 Mitarbeitern und einem prognostizierten Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Euro im laufenden Jahr 2025 wird die NVL-Gruppe künftig als Division Naval Systems unter dem Dach von Rheinmetall geführt.
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Die Bremer Lürssen-Gruppe, die bislang Eigentümerin der NVL war, konzentriert sich künftig auf den Bau von Yachten und zivile Projekte. Rheinmetall hingegen erweitert sein Portfolio, das bereits moderne Systeme für den maritimen Einsatz wie Sensoren, Flugabwehr, Marinewaffen und Seeminenbekämpfung umfasst.
Fünf Milliarden Umsatz bis 2030
Rheinmetall-CEO Armin Papperger betonte die strategische Bedeutung des Zukaufs. Der Konzern strebt an, bis 2030 jährlich fünf Milliarden Euro Umsatz im Marineschiffbau zu erzielen. Papperger spricht von einem „leistungsfähigen Komplettanbieter für hochmoderne Überwasserschiffe“ und davon, dass Rheinmetall künftig zu Land, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum präsent sein werde.
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Grund für Rheinmetalls Expansionskurs sind die steigenden Verteidigungsausgaben vieler europäischer Staaten. Auch die Deutsche Marine investiert in die Modernisierung ihrer Schiffe. Rheinmetall sieht daher sowohl national als auch international ein profitables Geschäft im Marineschiffbau.
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