USA

Sturzflut überrascht Wanderer im Grand Canyon – ein Toter, 15 Vermisste

Eine Sturzflut hat Wege und Brücken im Grand Canyon zerstört. Rund 15 Menschen werden noch vermisst – weitere Unwetter drohen.

3 Min
Ein Sturm zieht über dem Grand-Canyon-Nationalpark auf.

Ein Sturm zieht über dem Grand-Canyon-Nationalpark auf.

© J. Bard/National Park Service/AFP

Bei einer schweren Sturzflut im Grand-Canyon-Nationalpark im US-Bundesstaat Arizona ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Rund 15 weitere Menschen gelten als vermisst oder konnten zunächst nicht erreicht werden, wie die Nationalparkverwaltung mitteilte.

Die Leiche eines 46-jährigen Mannes wurde derweil am Sonntag nahe der Stromschnelle Crystal Rapids am Colorado River geborgen, wie etwa CNN berichtet. Weitere Einzelheiten zu seinem Tod nannten die Behörden zunächst nicht. Die Zahl der Vermissten könne sich noch ändern, da weiterhin geprüft werde, wer sich zum Zeitpunkt des Unwetters im betroffenen Gebiet aufgehalten habe.

Die Parkverwaltung rief Angehörige und Bekannte dazu auf, Informationen über Wanderer und Camper zu melden, die am Samstagnachmittag im Bright Angel Canyon, rund um die Phantom Ranch oder auf dem North Kaibab Trail unterwegs waren.

Mehr als 60 Menschen ausgeflogen

Die Sturzflut begann nach Angaben der Nationalparkverwaltung am Samstag gegen 14.30 Uhr. Zuvor waren mehrere Gewitter über die Schlucht gezogen. Innerhalb von etwa 20 Minuten fielen nach Angaben des US-Wetterdienstes 1,3 bis 2,5 Zentimeter Regen auf bereits durchnässten Boden.

Das Wasser riss Geröll, Metallteile und große Felsbrocken mit sich. Wanderer berichteten von plötzlich entstehenden Wasserfällen, Erdrutschen und einer rund einen Meter hohen Wand aus Schlamm und Trümmern. Mindestens 62 Menschen wurden aus der Phantom Ranch und vom unteren Abschnitt des North Kaibab Trail gebracht, viele von ihnen mit Hubschraubern.

Suchmannschaften flogen am Sonntag den Wanderweg und den Colorado River zwischen der Mündung des Bright Angel Creek und den Deer Creek Narrows ab. Dabei wurden zunächst keine Vermissten gefunden. Weitere Evakuierungen wurden gemeinsam mit der Sicherheitsbehörde des Bundesstaates Arizona vorbereitet.

Eine Steinbrücke, die in den Sturzfluten im Grand Canyon zerstört wurde.

Eine Steinbrücke, die in den Sturzfluten im Grand Canyon zerstört wurde.

© J.Thompson/National Park Service/AFP

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Fast alle Fußgängerbrücken zerstört

Die Wassermassen richteten im Inneren des Canyons erhebliche Schäden an. Fast alle Fußgängerbrücken über den Bright Angel Creek wurden nach Angaben der Parkverwaltung zerstört. Der Bach verbreiterte sein Bett und veränderte stellenweise die Landschaft.

Die Phantom Ranch, der Bright Angel Campground und der gesamte North Kaibab Trail wurden bis auf Weiteres geschlossen. Das gilt auch für die Black Bridge und die Silver Bridge über den Colorado River. Wegen mitgerissener Metallteile und anderer Trümmer war der Fluss zunächst ebenfalls für den Bootsverkehr gesperrt. Ein Termin für die Wiederöffnung der betroffenen Gebiete stand nicht fest.

Behörden warnen vor weiteren Unwettern

Beschädigt wurde außerdem die einzige Wasserleitung, die Einrichtungen und Bewohner am Südrand des Nationalparks versorgt. Sie stellt unter anderem Trink- und Löschwasser bereit. Ab Montag sind deshalb keine Übernachtungen in Hotels und Lodges innerhalb des Parks mehr möglich. Camping bleibt nur ohne Wasseranschluss erlaubt, Lagerfeuer und Holzkohlegrills sind verboten.

Die Behörden warnten vor weiteren Gewittern und Starkregen. Weil die Böden bereits gesättigt sind, könnten neue Sturzfluten, Gerölllawinen und Steinschläge auftreten sowie Wege und Flussläufe ihre Beschaffenheit kurzfristig verändern.

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