Am 1. Oktober startet der zweite Tankrabatt in diesem Jahr. Für drei Monate senkt der Bund die Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Die Maßnahme reagiert auf die extrem hohen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs. Doch kommt die Ersparnis wirklich beim Verbraucher an? Und wann tankt man am günstigsten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Was ist der Tankrabatt und ab wann gilt er?
Ab Mitternacht sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent pro Liter. Zusammen mit der Mehrwertsteuer ergibt sich eine Entlastung von 16,7 Cent. Der Rabatt gilt bis Ende Dezember. Formal greift er nur für Kraftstoff, der nach Mitternacht Tanklager oder Raffinerien verlässt.
Der Branchenverband en2x hat dennoch eine sofortige, vollständige Weitergabe angekündigt. Der Bundestag beschloss die Maßnahme am 25. September. Bereits von Mai bis Juni galt in diesem Jahr ein erster Tankrabatt.
Wann ist der günstigste Zeitpunkt zum Tanken?
Frühes Aufstehen lohnt sich nicht. Seit April gilt die 12-Uhr-Regel: Tankstellen dürfen ihre Preise nur einmal täglich erhöhen – um 12 Uhr mittags. Senkungen sind jederzeit möglich. Laut ADAC erreichen die Spritpreise kurz vor Mittag ihr Tagestief. Super E10 lag dann 3,7 Cent unter dem Tagesdurchschnitt, Diesel 4,3 Cent. Um 12 Uhr schnellten die Preise im Schnitt um 14,6 Cent bei E10 und 18,4 Cent bei Diesel nach oben. Wer am Donnerstag tanken will, sollte den späten Vormittag anpeilen. Zu knapp planen sollte man nicht: Die Nachfrage dürfte hoch sein.
Kommt der Tankrabatt vollständig beim Verbraucher an?
Der Branchenverband en2x verweist auf den „intensiven Wettbewerb“ der 14.000 Tankstellen und verspricht volle Weitergabe. Der ADAC sieht das anders.
Wir fordern eine vollständige und möglichst schnelle Weitergabe, es ist aber zu befürchten, dass es Mitnahmeeffekte gibt, der Steuerrabatt also nicht komplett beim Autofahrer ankommt.
Christian Laberer, ADAC-Kraftstoffmarktexperte
Auch Florian Neumeier vom Ifo-Institut ist skeptisch: Er rechnet mit nur rund 15 statt 16,7 Cent Weitergabe. Beim Tankrabatt im Frühjahr hatten Ifo-Institut, Monopolkommission und Bundeskartellamt eine unvollständige Weitergabe festgestellt.
Kartellamtspräsident Andreas Mundt räumte ein, eine Verpflichtung zur vollständigen Weitergabe könne seine Behörde „allerdings nicht durchsetzen“. Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, sieht ebenfalls „deutliche Hinweise“ für eine unvollständige Weitergabe. Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht.
Warum ist Sprit derzeit so teuer?
Wichtigster Preistreiber ist der Iran-Krieg seit dem 28. Februar. Er schränkt den Export von Rohöl aus der Golfregion ein. Ein Barrel Brent-Öl kostete zuletzt rund 103 US-Dollar. Hinzu kommen fehlende Raffineriekapazitäten.
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Spritpreise auf Rekordhoch: September wird teuerster Tankmonat aller Zeiten
Der September war der mit Abstand teuerste Tankmonat bisher. Vor Kriegsausbruch lag Super E10 im bundesweiten Schnitt bei 1,78 Euro, Diesel bei 1,75 Euro. Zuletzt kostete E10 dagegen 2,258 Euro, Diesel 2,409 Euro. Selbst mit dem Tankrabatt dürfte ein Fallen unter zwei Euro unwahrscheinlich bleiben.
Was kostet der Tankrabatt und wer zahlt?
Die Bundesregierung rechnet mit Mindereinnahmen von 2,485 Milliarden Euro. Ungewöhnlich: Die Hälfte davon sollen die Bundesländer tragen. Der Bund tritt ihnen dafür weniger Umsatzsteuereinnahmen ab als üblich.
Drohen Engpässe an Tankstellen?
Der ADAC erwartet keine Engpässe. Beim letzten Tankrabatt im Mai sei es trotz des zusätzlichen Feiertags nicht zu flächendeckenden Problemen gekommen. Allerdings könnte es zu Schlangen kommen, da viele Autofahrer den Tankbesuch auf den 1. Oktober verschieben dürften.
Mit Material von dpa und ADAC.
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