Telefonanschlüsse

Telekom kündigt jetzt alte Telefonanschlüsse: Wer diesen Brief ignoriert, verliert sein Festnetz

Telekom kündigt alte Telefonanschlüsse ohne Internet: Was im Brief steht, welche Frist gilt und was die neue Telefon-Box via Funk im Monat kostet.

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Viele Haushalte telefonieren noch über einen reinen Festnetzanschluss, oft vor allem mit der Familie. Die Telekom stellt rund 1,3 Millionen dieser Anschlüsse um. (Symbolbild)

Viele Haushalte telefonieren noch über einen reinen Festnetzanschluss, oft vor allem mit der Familie. Die Telekom stellt rund 1,3 Millionen dieser Anschlüsse um. (Symbolbild)

© Frank Hoermann /Sven Simon/imago

Es ist ein unscheinbarer Brief, und viele werfen ihn ungelesen weg. Für rund 1,3 Millionen Telekom-Kunden ist das ein Fehler: Wer nicht reagiert, steht zum genannten Termin ohne Telefonanschluss da.

Die Telekom stellt ihre letzten reinen Telefonanschlüsse um, also Leitungen ganz ohne Internet. Angekündigt hat der Konzern das am 12. August 2026. Seit Wochen gehen nun die Schreiben raus.

Das Thema gilt als Rentnerproblem. Doch solche Anschlüsse hängen auch in Ferienwohnungen und Werkstätten, in Arztpraxen oder bei Familien, die Internet längst übers Handy nutzen und das Festnetz nur noch für die Großeltern behalten haben.

Warum die Telekom alte Telefonanschlüsse abschaltet

Die Technik hinter diesen Anschlüssen ist alt, Ersatzteile werden knapp. Die Plattform soll Ende 2028 abgeschaltet werden, das berichtet das Portal Gegen-Hartz unter Berufung auf die Infoseite der Telekom.

Viele Kunden trifft es früher. Zuerst sind laut inside-digital die Anschlüsse dran, an denen es ohnehin schon Störungen gibt.

Panik ist trotzdem fehl am Platz. Wer Internet über DSL oder Glasfaser hat und darüber telefoniert, ist von dieser Umstellung nicht betroffen.

Telekom-Brief: Diese Fristen gelten

Jeder betroffene Kunde wird einzeln angeschrieben. Erst kommt eine Ankündigung, dann die Kündigung, im Zweifel noch eine Erinnerung. Manchmal ruft die Telekom zusätzlich an.

Wichtig ist allein das Vertragsende im Schreiben. Wer bis dahin keinen neuen Anschluss vereinbart hat, ist danach unter seiner Festnetznummer nicht mehr erreichbar.

Call Connect via Funk: So funktioniert die Telefon-Box

Für Kunden, die nur telefonieren wollen, hat die Telekom eine kleine Box entwickelt. Sie heißt „Call Connect via Funk“ und schickt die Gespräche über das LTE-Mobilfunknetz.

Das alte Telefon wird an die Box gesteckt, die Box in die Steckdose. Einen Techniker braucht es nicht, eine SIM-Karte muss niemand einlegen. Nach rund 15 Minuten ist die Rufnummer eingerichtet.

Die Festnetznummer bleibt dabei erhalten. Für alle, die seit Jahrzehnten unter derselben Nummer beim Hausarzt gespeichert sind, ist das der wichtigste Punkt.

Telefon-Box und neue Tarife: Das kostet die Umstellung

Eine Gebühr für die Umstellung selbst verlangt die Telekom nicht. Teurer wird es für viele trotzdem, denn die Box gibt es nur mit einem neuen Tarif:

Call Basic via Funk: 22,95 Euro im Monat, 120 Freiminuten inklusive.

Call Comfort via Funk: 32,45 Euro im Monat, Flatrate ins deutsche Festnetz.

Die Box kostet extra, entweder 3,95 Euro Miete im Monat oder einmalig 99,99 Euro. Im günstigsten Fall zahlen Kunden mit Mietbox also 26,90 Euro im Monat. Aufs Jahr gerechnet sind das 322,80 Euro.

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Vorsicht bei Anrufen aufs Handy

Die Flatrate im Comfort-Tarif gilt nur fürs Festnetz. Wer die Tochter oder den Kollegen auf dem Handy anruft, zahlt pro Minute.

Beim Basic-Tarif kostet nach den Freiminuten jede Minute ins Festnetz 2,9 Cent und ins Mobilfunknetz 19 Cent, wie t3n berichtet. Ein Blick auf die letzten Telefonrechnungen zeigt schnell, welcher Tarif sich lohnt.

Stromausfall und Hausnotruf: Das unterschätzte Risiko

Das alte Telefon an der Dose lief oft auch bei Stromausfall weiter. Mit der Box ist damit Schluss: Ohne Strom aus der Steckdose bleibt die Leitung still.

Heikel wird das für alle, die über den Anschluss einen Hausnotruf oder eine Alarmanlage betreiben. Die Telekom selbst rät, solche Geräte vor der Umstellung prüfen zu lassen.

Den ersten Anruf sollten Betroffene deshalb beim Anbieter des Notrufsystems machen, nicht bei der Telekom. Nur er kann sagen, ob sein Gerät mit der Box funktioniert und ob eine Notstromlösung nötig ist.

Auch der Empfang zählt. In Kellerwohnungen und dicken Altbauten kann das LTE-Signal zu schwach sein, das sollte vor dem Wechsel geklärt werden.

Günstigere Alternativen zur Telefon-Box

Unterschreiben muss niemand sofort. Ehrlich gesagt ist die Telekom-Box für Wenigtelefonierer selten die günstigste Lösung.

Ein einfacher Handytarif mit Flatrate in alle Netze kostet oft nur wenige Euro. Bei fünf Euro im Monat sind das 60 Euro im Jahr, gut 260 Euro weniger als der günstigste Funk-Tarif der Telekom.

Der Haken: Die alte Festnetznummer mit Ortsvorwahl lässt sich nicht einfach in einen Handyvertrag mitnehmen. Wer darauf angewiesen ist, sollte diesen Weg gut überlegen.

Wer kein Smartphone will, findet Mobilfunk-Tischtelefone mit großen Tasten und klassischem Hörer. Sie sehen aus wie ein Festnetztelefon, telefonieren aber über eine SIM-Karte.

Für Haushalte, die ohnehin Internet brauchen, ist ein DSL- oder Glasfaseranschluss mit Telefon im Paket oft die bessere Wahl. Das geht bei der Telekom und bei der Konkurrenz.

Anbieterwechsel: So bleibt die Festnetznummer erhalten

Beim Wechsel zu einem anderen Festnetzanbieter kann die Nummer mitgenommen werden, solange der Wohnort im selben Vorwahlbereich liegt. Für Verbraucher ist das kostenlos.

Die Bundesnetzagentur rät, den neuen Anbieter rund drei Monate vorher zu beauftragen. Den alten Vertrag kündigt man am besten nicht selbst, sonst droht eine Lücke ohne Telefon.

Vorsicht vor Haustür-Verkäufern

Die Umstellung lockt auch Drücker an. Wer an der Haustür hört, der Anschluss werde „nächste Woche abgeschaltet“, sollte nichts unterschreiben.

Verbindlich ist nur das Schreiben der Telekom mit dem konkreten Datum. Im Zweifel hilft die kostenlose Hotline 0800 33 01000.

Checkliste: Das sollten Betroffene jetzt erledigen

Tarif prüfen: Auf der Rechnung steht, welcher Anschluss gebucht ist.

Post durchsehen: Kam schon ein Schreiben? Das Vertragsende sofort notieren.

Telefonverhalten checken: Viele Handy-Anrufe sprechen gegen den Basic-Tarif.

Notrufsystem klären: Hausnotruf oder Alarmanlage vor dem Wechsel testen lassen.

Bei den Eltern nachfragen: Wer ältere Angehörige mit Festnetz hat, sollte jetzt anrufen. Solange das noch geht.

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