Die Unternehmensgruppe Theo Müller hat die Schließung von zwei Produktionsstandorten in Sachsen-Anhalt und Sachsen angekündigt.
Im Saucenwerk in Rogätz im Landkreis Börde läuft die Produktion bis Ende September 2027 aus, die Schnittkäserei in Leppersdorf im Landkreis Bautzen soll schon zum Jahresende schließen. Dass Theo Müller Werke schließt, begründet der Konzern mit fehlender Wirtschaftlichkeit und sinkender Nachfrage.
Welche Werke Theo Müller schließen will
Theo Müller trennt sich gleich von zwei Werken in Ostdeutschland, wie das Unternehmen mitteilte. Betroffen ist zum einen das Homann-Saucenwerk in Rogätz im Landkreis Börde mit rund 160 Beschäftigten. Die Produktion dort soll bis Ende September 2027 auslaufen.
Zum anderen trifft es die Schnittkäserei von Sachsenmilch in Leppersdorf im Landkreis Bautzen. Auch hier arbeiten rund 160 Menschen. Zusammen geht es damit um etwa 320 Arbeitsplätze.
Die Schnittkäserei am Sachsenmilch-Standort in Leppersdorf soll bereits zum 31. Dezember schließen. Das betrifft nach Unternehmensangaben auch die zugehörigen Produktions-, Verpackungs- und Verwaltungsbereiche.
Nicht betroffen sind laut dem Sprecher die Sauermilchkäserei und der Bereich Mozzarella. Beide liegen am Standort in der Gemeinde Wachau nahe der Autobahn 4. Der Bereich lasse sich trotz der Prüfung aller Handlungsoptionen wegen interner und externer Rahmenbedingungen dauerhaft nicht wirtschaftlich betreiben, teilte der Sprecher mit.
Was mit den Beschäftigten passieren soll
Gemeinsam mit dem Betriebsrat will das Unternehmen nach eigenen Angaben sozialverträgliche Lösungen finden. Dabei gehe es unter anderem um eine mögliche Weiterbeschäftigung innerhalb des Unternehmens, um einvernehmliche Vertragsanpassungen sowie um Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote.
Auch für das Saucenwerk in Rogätz sieht Theo Müller nach eigenen Angaben keine nachhaltig wirtschaftliche Perspektive. Die rund 160 Beschäftigten seien bereits über die Pläne informiert worden.
Den Standort hatte Homann Feinkost 2008 übernommen. Seit 2011 gehört das Unternehmen zur Unternehmensgruppe Theo Müller. Es sei nicht gelungen, eine Kostenstruktur für eine wettbewerbsfähige Kalkulation der Produkte zu erreichen, teilte das Unternehmen mit. Zudem bestehe erheblicher Investitionsbedarf.
Die dadurch sinkende Auslastung verschärfe die Kostenprobleme des Standorts zusätzlich. Auch in Rogätz will der Konzern zeitnah mit dem Betriebsrat über sozialverträgliche Lösungen sprechen.
Theo Müller plant Übernahme im Vogtland
Während Theo Müller zwei Werke schließt, will der Konzern an anderer Stelle wachsen. Zuletzt hatte die Theo-Müller-Gruppe ein Übernahmeangebot für die Vogtlandmilch GmbH vorgelegt, die als zweitgrößte Molkerei Sachsens gilt.
Sachsenmilch-Geschäftsführer Mathias Hauer stellte den Genossenschaftsmitgliedern die Pläne demnach persönlich vor. Der Standort in Plauen solle erhalten und deutlich vergrößert werden – auch, weil Kapazitäten aus dem Leppersdorfer Werk nach Westsachsen verlagert werden sollen.
Dort sollen laut Hauer künftig rund 250 Millionen Kilogramm Milch pro Jahr verarbeitet werden, vor allem zu Quark. Dem Bericht zufolge ist von einem Kaufpreis von 38 Millionen Euro die Rede. Zustande kommt der Verkauf nur, wenn mindestens 75 Prozent der Genossenschaftsmitglieder zustimmen.
Streit um Milchlieferverträge in Brandenburg
Für Unruhe hatte Theo Müller zuletzt auch in Brandenburg gesorgt. Der Konzern verlängert offenbar zahlreiche Milchlieferverträge mit Betrieben in Nord- und Ostbrandenburg nicht, die regulär bis Ende März 2027 laufen.
Sachsenmilch-Sprecher Alexander Truhlar begründete dies demnach mit stark gestiegenen Kosten für Kraftstoff, Energie und Personal. Lange Transportwege für die Rohmilch lohnten sich nicht mehr, der Konzern habe sein Einzugsgebiet neu sortiert, um Fahrkilometer zu sparen.
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