Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hat in Erfurt die Mitglieder einer neuen Zukunftskommission vorgestellt, die eine Perspektive für den Freistaat im Jahr 2035 entwickeln soll. Beim ersten Arbeitstreffen benannte Voigt rund 30 Experten, die sich mit Themen wie dem Bevölkerungsrückgang, gesellschaftlichen Spannungen und dem wachsenden Einfluss Künstlicher Intelligenz befassen sollen.
Den Vorsitz übernimmt der Physiker Ulrich Schubert, Lehrstuhlinhaber für organische und makromolekulare Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Schubert war nach der Landtagswahl 2024 auch als möglicher Wissenschafts-Staatssekretär des Landes im Gespräch.
Zum Gremium gehören unter anderem SAP-Vizepräsident Erik Bertram, der frühere Vorstandschef von Carl Zeiss, Michael Kaschke, sowie Corinna Wartenberg, Geschäftsführerin der Viba Sweets GmbH. Vertreten sind auch der Jurist und ehemalige Vizevorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, und die Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Ulrike Lorenz. Für die kommunale Ebene wurden der Landrat des Wartburgkreises, Michael Brodführer, sowie Sina Römhild berufen. Römhild ist laut Voigt als Bürgermeisterin der Gemeinde Oechsen eine der jüngsten Rathauschefinnen im Freistaat.
Voigt will Empfehlungen umsetzen
Technologische Umbrüche und geopolitische Krisen wirkten sich bis in die kleinsten Orte aus, sagte Voigt. Die Politik reagiere auf Probleme häufig kurzatmig, es fehle an längerfristigen Entwürfen. „Ich möchte ein ambitioniertes Ziel, aber auch einen realistischen Blick“, erklärte der Ministerpräsident. Gute Vorschläge, die in Thüringen funktionierten, könnten auch bundesweit Wirkung entfalten. Er werde persönlich dafür einstehen, dass die Empfehlungen der Kommission nach einem demokratischen Entscheidungsprozess umgesetzt werden.
Kommissionsvorsitzender Schubert kündigte an, erste Handlungsempfehlungen möglichst bereits für den nächsten Thüringer Doppelhaushalt 2028/29 vorzulegen, den die Landesregierung im kommenden Jahr aufstellen muss. Das Arbeitsspektrum reiche von der künftigen Wettbewerbsfähigkeit des Freistaats über die Folgen des demografischen Wandels bis zu einer effizienteren Verwaltung. Die nächste gemeinsame Sitzung der Kommission ist für den 12. Januar in Weimar geplant. Ihre Ergebnisse soll das Gremium bis September 2027 vorlegen.
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