Die insolvente Bäckerei Lampe aus dem Kyffhäuserkreis, die seit sechs Generationen von den Brüdern André und Stephan Lampe geführt wird, kann nach monatelanger Unsicherheit auf eine Fortführung des Geschäftsbetriebs setzen. Bei der ersten Gläubigerversammlung am Dienstag stimmten die Gläubiger laut Insolvenzverwalter Frank Kreuznacht von der Kanzlei BBORS Kreuznacht Rechtsanwälte einstimmig für den Sanierungskurs und die weitere Ausarbeitung eines Insolvenzplans.
Der Preis für die Rettung ist allerdings hoch. Bislang seien drei Filialen geschlossen worden, zwölf weitere sollen nach dem Sanierungsplan folgen, wie Bild berichtet. Damit verliert die Kette, die zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags vor rund vier Monaten noch 44 Standorte und etwa 280 Mitarbeiter zählte, mehr als ein Drittel ihres Filialnetzes.
Auch beim Personal sind weitere Einschnitte vorgesehen. „Insgesamt ist ein Abbau von den aktuell bestehenden Beschäftigungsverhältnissen bis zum Abschluss der Restrukturierung von noch etwa 40 Mitarbeitern vorgesehen“, so Kreuznacht in dem Bericht. Bereits zu Beginn des Verfahrens hatten zahlreiche Beschäftigte eine Kündigung erhalten. Am Ende sollen rund 150 Arbeitsplätze übrig bleiben.
Energie- und Personalkosten sowie Discounter-Konkurrenz als Auslöser
Auslöser der Schieflage waren hohe Energie-, Rohstoff- und Personalkosten sowie die Konkurrenz durch günstige Backwaren aus Discountern. Mit der Stilllegung von Filialen und dem damit verbundenen Personalabbau rechnet der Insolvenzverwalter nun mit spürbaren Entlastungen bei Miet-, Personal- und sonstigen Kosten.
Parallel laufen Verhandlungen mit den Gläubigern über einen deutlichen Schuldenabbau. Ziel sei es, die Traditionsbäckerei langfristig wieder profitabel aufzustellen.
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