Denkmalpflege

Torgauer Schlosskapelle und Papiermühle Niederzwönitz bestehen Unesco-Vorprüfung

Der Landkreis Nordsachsen kann jetzt die vollständige Welterbe-Bewerbung für Torgau erarbeiten. Die Mühle läuft in einem Antrag mit vier weiteren Papiermühlen mit.

Katja Frick
2 Min
Die Schlosskapelle auf Schloss Hartenfels bei Torgau, auch Schlosskirche genannt. Reformator Martin Luther beriet beim Bau der 1544 von ihm eingeweihter Kapelle.

Die Schlosskapelle auf Schloss Hartenfels bei Torgau, auch Schlosskirche genannt. Reformator Martin Luther beriet beim Bau der 1544 von ihm eingeweihter Kapelle.

© Waltraud Grubitzsch/dpa

Das Welterbezentrum der Unesco in Paris hat am Donnerstag bestätigt, dass die Schlosskapelle in Torgau und die Papiermühle Niederzwönitz im Erzgebirgskreis das Potenzial für die Welterbeliste haben. Das teilte das Sächsische Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL) am Freitag mit. Die Vorprüfung ist eine Pflichtetappe: Erst nach ihrem Abschluss darf ein Ort überhaupt eine Bewerbung einreichen. Ein Welterbe-Titel ist damit noch nicht vergeben.

Für die Torgauer Schlosskapelle ist es der zweite Anlauf. Ein erster Versuch, sie als Teil der Lutherstätten anerkennen zu lassen, war 2017 zurückgezogen worden. Landkreis und Freistaat entschieden sich danach für eine eigenständige Bewerbung allein für die Kapelle. Den Antrag auf Vorprüfung erstellte der Landkreis Nordsachsen als Eigentümer von Schloss Hartenfels, unterstützt vom Sächsischen Landesamt für Denkmalpflege und abgestimmt mit dem Auswärtigen Amt und den Ländern.

Bis Anfang 2029 kann der Landkreis nun die vollständige Bewerbung ausarbeiten. Fällt die Entscheidung positiv aus, wäre eine Aufnahme als Weltkulturerbe im Jahr 2030 möglich. Der Antrag stützt sich auf Forschung, die der Landkreis in den vergangenen Jahren angestoßen hat. Die Kapelle gilt dem Ministerium als wichtiges Zeugnis der Reformation des Kirchenbaus und der Kirchenmusik.

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Die Papiermühle Niederzwönitz geht einen anderen Weg. Sie ist Teil einer gemeinsamen Bewerbung von fünf historischen Papiermühlen aus Tschechien, Polen, Spanien und Bayern unter dem Titel „European Paper Mills“. Die Federführung liegt bei Polen. Seit 2019 ist die Mühle bereits assoziiertes Objekt des Unesco-Welterbes Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.

Das SMIL nennt sie die älteste erhaltene Papiermühle Deutschlands, 1568 erstmals urkundlich erwähnt und bis heute funktionstüchtig, vom wassergetriebenen Mühlrad über Kollergang und Holländer bis zum Walzwerk. Über Jahrhunderte lieferte sie das Papier, auf dem der erzgebirgische Bergbau seine Grubenrisse und Rechnungen festhielt.

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