Wirtschaft

100 Jobs, 13 Filialen bei Kaufland und Netto betroffen: Torney Landfleischerei ist insolvent

Die Torney Landfleischerei aus Mecklenburg-Vorpommern ist insolvent. 100 Jobs und 13 Filialen sind betroffen. Zwei Wege sollen die Rettung bringen.

3 Min
Die Torney Landfleischerei hat Insolvenz angemeldet.

Die Torney Landfleischerei hat Insolvenz angemeldet.

© Jan Woitas/dpa

Die Torney Landfleischerei Pripsleben aus Altentreptow hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 100 Mitarbeiter und 13 Verkaufsstellen bei Kaufland und Netto.

Der Betrieb läuft weiter, Investoren werden gesucht. Was die Torney Landfleischerei Insolvenz für Kunden und Beschäftigte bedeutet.

Torney Landfleischerei meldet Insolvenz an – das ist passiert

Der Betrieb hat beim Amtsgericht Neubrandenburg ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht ordnete das Verfahren laut der Lebensmittel-Zeitung am siebten August an. Als Sachwalter wurde der Neubrandenburger Rechtsanwalt Michael Busching eingesetzt, der die Vorgaben überwacht.

Bei der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt und führt den Betrieb fort. Das Gericht lässt diesen Weg nur zu, wenn es die Sanierung für aussichtsreich hält.

100 Jobs und 13 Filialen bei Kaufland und Netto betroffen

Auf der Firmenhomepage sind aktuell 13 eigene Filialen gelistet. Viele davon liegen im Vorkassenbereich von Kaufland-Märkten und Netto-Filialen. Verkauft wird an Bedientheken im regionalen Lebensmittelhandel.

An diesen Standorten und in der Produktion arbeiten rund 100 Menschen.

Warum die Fleischerei in die Krise geriet

Die Gründe sind eine Mischung aus steigenden Kosten und schwacher Nachfrage. Gestiegene Energiepreise belasteten den Betrieb, der gesetzliche Mindestlohn trieb die Kosten weiter nach oben. Gleichzeitig halten sich die Kunden beim Einkauf zurück.

Sind die Löhne der Mitarbeiter sicher?

Für die Beschäftigten gibt es zunächst eine Absicherung. Die Löhne der rund 100 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit für drei Monate gedeckt. Für die Kundschaft ändert sich vorerst nichts: Produktion, Auslieferung und Filialbetrieb laufen weiter, die Bedientheken bleiben geöffnet.

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Wie es mit Torney weitergehen soll

Für die Zukunft prüft das Unternehmen nach Angaben des Insolvenzverwalters zwei Wege. Möglich ist eine Sanierung aus eigener Kraft über einen Insolvenzplan mit Eigenfortführung – oder der Einstieg eines Investors. Die Entscheidung soll fallen, sobald belastbare Angebote vorliegen.

Optimismus gibt es trotz der Lage. „Die Produktion ist ausgelastet, die Marke gibt es in der Region seit über dreißig Jahren, und unsere Kunden zahlen zuverlässig“, sagte Geschäftsführer Michael Witt laut Lebensmittel Zeitung. Witt hat die operative Führung Ende Juli übernommen.

Die bisherigen Geschäftsführer Hans-Dieter Gabel und Frank Wegner bleiben dem Unternehmen mit ihrer Erfahrung verbunden.

Die Geschichte des Torney-Verbunds

Der Betrieb steht seit mehr als drei Jahrzehnten für regionale Fleisch- und Wurstwaren.

Nach der Wende begann in Pripsleben alles mit einer simplen Idee: Wegen niedriger Tierpreise entschied man, das Fleisch selbst zu schlachten, zu verarbeiten und direkt zu verkaufen. Am 4. Oktober 1990 öffnete der erste Laden, 1991 folgte die Torney Milch und Fleisch eG, 1993 die Landfleischerei GmbH, 1995 der Umzug nach Altentreptow.

Wichtig für Kunden: Der übrige Torney-Verbund mit der Milch und Fleisch eG sowie der Mutterkuh GmbH ist von der Schieflage nicht betroffen.

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