Verbrechen

Tragischer Fund in Babyklappe: Toter Säugling entdeckt

Ein toter Säugling wurde in einer Babyklappe in Leipzig gefunden. Die Polizei sucht dringend Zeugen.

OAZ
3 Min
Im Klinikum St. Georg in Leipzig machten Mitarbeiter einen grausamen Fund in der Babyklappe.

Im Klinikum St. Georg in Leipzig machten Mitarbeiter einen grausamen Fund in der Babyklappe.

© Jürgen Ritter/IMAGO

Ein tragischer Vorfall erschüttert die Stadt Leipzig und sorgt für Entsetzen: Mitarbeiter des Klinikums St. Georg hatten in der vergangenen Woche einen leblosen neugeborenen Jungen in der Babyklappe der Geburtsklinik in Leipzig-Eutritzsch entdeckt. Die Polizei geht von einem möglichen Gewaltverbrechen aus. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Die Behörden seien demnach bereits am Abend des 27. Februar gegen 21 Uhr über die Entdeckung informiert worden.

Wie die Leipziger Polizei erklärte, wurde die Staatsanwaltschaft umgehend informiert und eine Obduktion des Säuglings angeordnet. Diese sei mittlerweile auch abgeschlossen. Wie und wann der Neugeborene zu Tode kam, ist jedoch noch Teil der laufenden Ermittlungen. „Momentan werden im Zusammenhang mit dem Leichnam noch zahlreiche Zusatzuntersuchungen durchgeführt“, erklärte ein Polizeisprecher am Freitag. Die Ermittler konzentrieren sich darauf, die genauen Umstände des Todes zu klären und die Identität der Mutter zu ermitteln.

Um den Fall aufzuklären, bittet die Polizei Leipzig um Mithilfe aus der Bevölkerung. Konkret suchen die Ermittler nach Hinweisen in folgenden Bereichen:

Wer hat Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit dem Geschehen stehen können?

Wer kann Angaben zu einer Frau machen, die schwanger war und bei der es trotz eines mutmaßlich bevorstehenden Geburtstermins im weiteren Verlauf bisher keinen Hinweis auf einen Säugling gibt?

Wer kann Hinweise zur Identität der Mutter des Säuglings und zu deren familiärem Umfeld geben?

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Rückblick: Tragische Fälle in Leipzig und Region

Sollte sich der Fall als Tötungsdelikt an einem Neugeborenen herausstellen, wäre es nicht der erste in der Region. 2021 wurde eine Mutter aus dem nahegelegenen Wurzener Ortsteil Sachsendorf wegen Mordes an ihrem neugeborenen Sohn zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Kind war direkt nach der Geburt durch elf Schnitte am Hals getötet und später im Gefrierfach eines Kühlschranks gefunden worden.

Ein weiteres Beispiel ereignete sich 2022 in Borna, als eine 18-jährige Mutter ihr Neugeborenes bei Temperaturen von zwölf Grad auf einer Wiese zurückließ. Das Baby überlebte nur knapp, und die Mutter wurde später zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Auch 2018 sorgte der Fund eines toten Säuglings in einem Müllcontainer im Leipziger Waldstraßenviertel für großes Aufsehen. Der Mordverdacht gegen die 28-jährige Mutter wurde jedoch fallen gelassen, da die Staatsanwaltschaft trotz aufwendiger Ermittlungen keine eindeutigen Beweise für ein Tötungsdelikt erbringen konnte.

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