Was lässt sich aus alten Glasflaschen, Getränkekartons, Plastiktüten oder ausrangiertem Familienschmuck machen? Antworten auf diese Fragen will das erste TransformArt-Festival in Güstrow geben. Vom 23. bis 25. Oktober verbinden sechs Workshops im Freizeittreff „Südkurve“ Kunst und Handwerk mit Umweltbildung und interkultureller Begegnung.
Veranstalter ist das Interkulturelle Zentrum Güstrow (IKZ). Das Festival richtet sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos. Weil die Zahl der Plätze in den Workshops begrenzt ist, wird eine vorherige Anmeldung empfohlen.
Drachensteigen zieht in den Güstrower Rosengarten um
Eine wichtige Änderung gibt es bei der öffentlichen Drachenaktion am 24. Oktober. Anders als zunächst angekündigt, findet das gemeinsame Drachensteigen nicht in den Wallanlagen statt. Neuer Veranstaltungsort ist der Rosengarten in Güstrow am Pavillon.
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MehrVon 13 bis 16 Uhr sollen dort selbst gebaute Upcycling-Drachen in die Luft steigen. Auch Besucher, die nicht am vorherigen Workshop teilgenommen haben, sind willkommen. Eigene Drachen können mitgebracht werden. Für die musikalische Begleitung sorgt die Rockband bEnd aus Bad Doberan, die im Pavillon spielen wird.
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Die Drachen entstehen am Samstagvormittag von 9 bis 12 Uhr in einem Workshop mit Paul und Anke Busch. Verwendet werden alte Plastiktüten, Verpackungen und weitere Materialien, die andernfalls möglicherweise im Abfall gelandet wären.
Aus alten Gegenständen entstehen neue Ideen
Das Festival beginnt am Freitag um 10 Uhr mit der Gesprächsveranstaltung „Trash Travels – Unsere Reste, ihre Last – und kreative Antworten“. Dabei geht es unter anderem um Elektroschrott, Altkleider und Verpackungen sowie um die ökologischen und sozialen Auswirkungen globaler Abfallströme.
Am Freitagnachmittag werden aus Papprollen, Kronkorken und anderen Reststoffen ungewöhnliche Musikinstrumente gebaut. Der Workshop „Trash to Music“ verbindet Upcycling mit Klängen und Rhythmen.
Am Sonnabend zeigt der Glasmacher Olaf Giertz, wie alte Flaschen zum Beispiel in Trinkgläser und Vasen verwandelt werden können. Der Sonntag bietet Workshops zu Collagen aus alten Familienfotos mit der bekannten Upcycling-Künstlerin Julia Theek aus Potsdam, zu Druckgrafiken auf gebrauchten Getränkekartons und zu neuen Schmuckstücken aus alten Perlenketten.
In der Kommunalen Galerie Berlin sind in der Ausstellung zu 100 Jahren Gedok „Women support Women“ noch bis zum 10. Januar Porträts von Julia Theek zu sehen, die sie auf alte Tabletts gemalt hat.
© Julia Theek
„Zum Festival haben wir Upcycling-Künstlerinnen und -Künstler eingeladen, die jeweils Spezialisten auf ihrem Gebiet sind“, sagt Projektkoordinator Thomas Pätzold im Gespräch mit der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung.
Erfahrungen aus Bad Doberan kommen nach Güstrow
TransformArt baut auf Erfahrungen auf, die bereits in Bad Doberan gesammelt wurden. „Wir beschäftigen uns schon einige Jahre mit dem Thema Upcycling. Vorher hatten wir eine Werkstatt in Bad Doberan“, erzählt Thomas Pätzold. „Seit diesem Jahr ist das Interkulturelle Zentrum in Güstrow unser Träger. Wir wollen das Thema jetzt hier voranbringen.“
Damit soll TransformArt mehr sein als eine einmalige Veranstaltung. Nach Angaben des Projektkoordinators ist geplant, am Interkulturellen Zentrum künftig ein regelmäßiges Upcycling-Angebot zu etablieren. Das Festival bildet so den Auftakt für eine längerfristige Arbeit in Güstrow.
Was ist Upcycling?
Ziel ist es, Kunst, kulturelle Bildung, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Teilhabe miteinander zu verbinden. Zugleich sollen Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Generationen beim gemeinsamen Gestalten miteinander ins Gespräch kommen.
Nachhaltigkeit soll praktisch erlebbar werden
Der Ansatz des Festivals besteht darin, Nachhaltigkeit nicht allein als Verzicht zu vermitteln. Stattdessen sollen die Teilnehmer erleben, welche gestalterischen Möglichkeiten in bereits vorhandenen Materialien stecken.
Alte Gegenstände werden dabei nicht nur wiederverwendet. Sie erhalten durch handwerkliche und künstlerische Techniken eine neue Funktion oder Bedeutung. Aus einer Flasche wird eine Vase, aus einer Plastiktüte ein Drachen und aus einem vermeintlich misslungenen Familienfoto eine Collage.
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Das Projekt wird unter anderem von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung unterstützt. Weitere Unterstützung kommt den Veranstaltern zufolge aus dem Programm „Engagiert – die Welt im Blick“, von der WGG Güstrow und der Barlachstadt Güstrow selbst.
TransformArt in Güstrow: Termine und Anmeldung
Das TransformArt-Festival findet vom 23. bis 25. Oktober 2026 statt. Hauptveranstaltungsort ist die „Südkurve“ in der Ringstraße 8 in Güstrow.
Die öffentliche Drachenaktion findet am Sonnabend von 13 bis 16 Uhr im Rosengarten am Pavillon statt. Dort tritt auch die Rockband bEnd auf.
Die Teilnahme am Festival ist kostenlos. Für die Workshops ist wegen der begrenzten Platzanzahl eine Anmeldung empfohlen. Das vollständige Programm und die Buchungsmöglichkeiten sind auf der Festivalwebsite unter transformart.eu zu finden. Telefonisch ist die Anmeldung unter +49 172 3113085 möglich.
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