Tobias Schick (SPD), Oberbürgermeister von Cottbus, warnt vor einem alarmierenden Anstieg der Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen. Anlässlich des Treffens der ostdeutschen Oberbürgermeister des Deutschen Städtetages, das am Donnerstag und Freitag in Cottbus stattfindet, will Schick das Thema explizit zur Sprache bringen. Die zunehmende Gewaltbereitschaft sei „besonders besorgniserregend“.
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Die Situation in Cottbus ist keine Neuheit. Zuletzt wurden mehrere Schüler nach Gewalttaten zeitweise von der Schule ausgeschlossen, insbesondere an der Regine-Hildebrandt-Grundschule und im Stadtteil Sachsendorf. Eltern hatten in einem Brandbrief Hilfe angemahnt. „Die nicht strafmündigen Kinder waren mehrfach an gewalttätigen und verbalen Auseinandersetzungen in der Schule, auf dem Schulhof sowie im Wohngebiet beteiligt“, hieß es in einem Schreiben der Stadt.
Schick sieht darin ein klares Warnsignal: „Wenn Schülerinnen und Schüler Angst vor Übergriffen haben oder Konflikte immer häufiger mit Gewalt ausgetragen werden, ist das ein Alarmsignal.“ Er betonte, dass Sicherheit an Schulen und im öffentlichen Raum eine Grundvoraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt sei.
Teils Höchststände bei Gewaltdelikten
Die Problematik zeigt sich nicht nur in Cottbus. Laut Recherchen des Deutschen Schulportals auf Basis von Länderzahlen sind die polizeilich erfassten Gewaltdelikte an Schulen in den letzten Jahren deutlich gestiegen, teils mit Höchstständen seit Beginn der Erfassung. In manchen Bundesländern haben die Gewalttaten innerhalb von zwei Jahren um mehr als 60 Prozent zugenommen. Dabei gibt es keine klaren Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. So wurde in Brandenburg ein deutlicher Anstieg von Gewaltdelikten verzeichnet, ähnliche Entwicklungen traten jedoch auch in Bayern und Hessen auf.
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Der Cottbuser Oberbürgermeister fordert eine stärkere Zusammenarbeit aller relevanten Akteure, um der Gewalt unter Jugendlichen entgegenzuwirken. Er machte deutlich, dass die Kommunen mit dieser Entwicklung nicht allein gelassen werden dürften. Am Donnerstag und Freitag tagen die ostdeutschen Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister des Deutschen Städtetages in Cottbus. Dazu ist am Freitag voraussichtlich um 13.00 Uhr ein Pressegespräch geplant.
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