Steuergeld

Trotz Bundesbildstelle: Auswärtiges Amt zahlt 200.000 Euro für Fotografen

Der Bund betreibt ein zentrales Bildarchiv mit Millionen Fotos. Trotzdem gibt das Auswärtige Amt viel Geld für externe Fotografen aus. Mehr als andere Ministerien.

Anna Schütz
Anna Schütz
3 Min
Das Auswärtige Amt gab zwischen August 2025 und Oktober 2026 fast 200.000 Euro für externe Fotografen aus – mehr als jede andere aufgeführte Bundesbehörde.

Das Auswärtige Amt gab zwischen August 2025 und Oktober 2026 fast 200.000 Euro für externe Fotografen aus – mehr als jede andere aufgeführte Bundesbehörde.

© Felix Zahn/IMAGO

Fast 200.000 Euro hat das Auswärtige Amt zwischen August 2025 und Oktober 2026 für externe Fotografen ausgegeben. Damit liegt es unter den aufgeführten Ministerien deutlich an der Spitze. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Zugleich hat sich der durchschnittliche monatliche Aufwand gegenüber dem vorangegangenen Erhebungszeitraum mehr als verdoppelt.

Die Bundesregierung begründet die Beauftragung externer Fotografen mit der dienstlichen Öffentlichkeitsarbeit. Wie sich die hohen Ausgaben im Auswärtigen Amt konkret zusammensetzen, geht aus der Antwort allerdings nicht hervor: Eine vollständige Aufstellung einzelner Aufträge, Honorare und erbrachter Leistungen fehlt.

Auswärtiges Amt vor allen anderen aufgeführten Behörden

Das Finanzministerium folgt mit 145.000 Euro, das Entwicklungsministerium mit 103.000 Euro. Weit abgeschieden landet das Bundeskanzleramt mit lediglich 5000 Euro auf dem letzten Platz.

Über alle 17 aufgeführten Behörden summieren sich die Ausgaben auf rund 992.500 Euro. Auf das Auswärtige Amt entfällt damit etwa ein Fünftel der Gesamtsumme. Der Vergleich ist jedoch nur eingeschränkt aussagekräftig: Beim Finanzministerium und beim Wirtschaftsministerium reichen die erfassten Beauftragungs- oder Nutzungszeiträume ausdrücklich vor den 5. August 2025 zurück. Die Angaben beziehen sich also nicht in jedem Fall auf identische Zeiträume.

Der monatliche Durchschnitt hat sich mehr als verdoppelt

Am 6. Mai 2025 trat Johann Wadephul sein Amt als Außenminister an und löste Annalena Baerbock ab. Für den anschließenden Zeitraum vom 6. Mai bis zum 4. August 2025 bezifferte die Bundesregierung die Ausgaben des Auswärtigen Amtes für externe Fotografen auf 18.887,74 Euro. Das entspricht einem rechnerischen Monatsdurchschnitt von rund 6.300 Euro. Im folgenden Erhebungszeitraum vom 5. August 2025 bis zum 1. Oktober 2026 lag dieser bei rund 14.200 Euro – ein Anstieg um etwa 125 Prozent.

Der Anstieg fällt damit in die Amtszeit Wadephuls. Ein ursächlicher Zusammenhang lässt sich aus den Zahlen jedoch nicht ableiten: Die erste Erhebung umfasst nur rund drei Monate, die zweite knapp 14 Monate. Zudem hatte die Bundesregierung für den ersten Zeitraum Ausgaben aus laufenden Beauftragungen erfasst, die bereits vor dem Amtsantritt Wadephuls begonnen hatten. Ob nach dem Regierungswechsel mehr Fotografen eingesetzt, neue Verträge abgeschlossen oder höhere Honorare gezahlt wurden, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor.

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Ein teures Ressort – trotz zentralem Bildarchiv

Tatsächlich verfügt die Bundesregierung mit der Bundesbildstelle über eine zentrale fotografische Infrastruktur. Das Archiv umfasst rund zwei Millionen Bilder; die offiziellen Fotografen dokumentieren jährlich etwa 1200 politische Ereignisse. Das Material steht für die Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung zur Verfügung und wird auch von Ministerien und deutschen Auslandsvertretungen genutzt.

Warum reicht diese gemeinsame Infrastruktur für die fotografische Begleitung des Kanzlers offenbar weitgehend aus, während das Auswärtige Amt knapp 200.000 Euro für externe Aufträge ausgibt? Eine mögliche Erklärung liegt in den unterschiedlichen Aufgaben. Das Außenministerium ist weltweit diplomatisch tätig: Gespräche mit ausländischen Regierungsvertretern, Konferenzen und Auslandsreisen können zusätzliche Aufnahmen erfordern, die unmittelbar für die Kommunikation des Ministeriums benötigt werden. Dass dieser Bedarf tatsächlich den Kostenunterschied erklärt, ist allerdings nicht belegt. Die öffentlich zugänglichen Informationen zeigen weder, wie viele Termine das Auswärtige Amt selbst fotografieren lässt, noch wie oft es auf vorhandenes Bildmaterial zurückgreift.

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