Der in Russland inhaftierte US-Bürger Stephen Hubbard ist nach Angaben des russischen Präsidenten Wladimir Putin frei. Das meldete die französische Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch.
Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass sagte Putin, Hubbard bereite sich bereits auf den Rückflug in die USA vor. Russland hatte dem 74-Jährigen vorgeworfen, als Söldner für die ukrainischen Streitkräfte gekämpft zu haben.
Die englischsprachige Zeitung The Moscow Times berichtete, Hubbard sei nach Beginn der russischen Invasion aus seinem Haus in der Ukraine verschleppt worden. Putin empfing Trumps Sondergesandten Steve Witkoff zeitgleich in St. Petersburg zu Gesprächen über ein mögliches Ende des Ukraine-Krieges und die Beziehungen zu Washington.
Russlands Präsident Wladimir Putin begrüßt den US-Sondergesandten Steve Witkoff (l.) am 5. September 2026 im Moskauer Kreml, daneben steht Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow.
© Mikhail Metzel/AP
Hubbard war nach russischen Angaben am 2. April 2022 festgenommen worden. Am 7. Oktober 2024 verurteilte ihn ein Moskauer Gericht in einem nicht öffentlichen Verfahren wegen Söldnertätigkeit für die Ukraine zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft. Er verbüßte die Strafe in einer russischen Strafkolonie. Das US-Außenministerium hatte seinen Fall als unrechtmäßige Inhaftierung eingestuft. Er galt zuletzt als der einzige in Russland festgehaltene US-Amerikaner mit diesem offiziellen Status.
Der 74-Jährige stammt aus dem US-Bundesstaat Michigan und arbeitete jahrzehntelang als Englischlehrer, unter anderem in Japan. 2014 zog er mit seiner ukrainischen Partnerin in die ostukrainische Stadt Isjum. Seine Familie bestreitet, dass er sich dort freiwillig den ukrainischen Streitkräften anschloss. Gegenüber seinen Anwälten beteuerte Hubbard nach Angaben von Reuters seine Unschuld.
Trump hatte Freilassung angedeutet
US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Vortag im Weißen Haus erklärt, er habe mit Putin über den Fall Hubbard gesprochen und ihn um dessen Freilassung gebeten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sagte Trump vor Journalisten im Oval Office: „Warten Sie es ab. Ich will nicht darüber sprechen, aber viele bemühen sich seit Langem um Hubbard, schon lange vor meiner Amtszeit. Erinnern Sie sich in ein paar Tagen noch einmal an diese Frage.“
Er fügte hinzu: „Warten Sie ab, was geschieht. Wir haben uns intensiv mit dem Fall Hubbard befasst.“
Vermittlung im Umfeld der Ukraine-Gespräche
Die Freilassung fällt in eine Phase intensiver Vermittlungsbemühungen der US-Regierung. Zuvor hatte Witkoff in Oslo den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen. Trumps Sondergesandter hält sich nun in St. Petersburg auf, um mit Putin über ein Ende des Ukraine-Krieges zu beraten. Am Im Mittelpunkt der Gespräche standen nach Angaben des Senders ABC News Vorschläge für eine Waffenruhe im Krieg Russlands gegen die Ukraine.
Nach Informationen von ABC News unter Berufung auf US-Regierungsvertreter ging es dabei neben Hubbard auch um die mögliche Freilassung weiterer US-Bürger, gegen die aus Sicht Washingtons fragwürdige Vorwürfe in Russland erhoben werden. Die USA hatten in der Vergangenheit wiederholt Gefangene mit Russland ausgetauscht.
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