Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat eine neue Umfrage die AfD klar als stärkste Kraft ausgewiesen. Nach dem ZDF-Politbarometer Extra käme die Partei auf 40 Prozent – fast doppelt so viel wie bei der Wahl vor fünf Jahren.
Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze liegt mit 23 Prozent deutlich dahinter. Für eine Alleinregierung würde es der AfD laut diesem Stimmungsbild aber nicht reichen.
Die Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen zeigen zugleich, wo die Grenzen der Partei liegen: Beim Wunsch nach einem Ministerpräsidenten liegt Amtsinhaber Schulze klar vor dem AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund.
Umfrage Sachsen-Anhalt: AfD bei 40 Prozent, CDU weit dahinter
Die Projektion zeichnet ein deutliches Bild. Käme es am kommenden Sonntag zur Wahl, läge die AfD bei 40 Prozent. Die CDU folgt mit 23 Prozent, die Linke mit 13 Prozent. Die SPD kommt auf neun Prozent, die Grünen auf sechs Prozent.
FDP und BSW liegen mit jeweils drei Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde und wären im nächsten Landtag nicht mehr vertreten
2021 hatte die CDU noch 37,1 Prozent geholt, die AfD kam damals auf 20,8 Prozent. In der aktuellen Umfrage hätte die AfD ihren Anteil damit praktisch verdoppelt, während die CDU stark verlöre.
Die Linke lag 2021 bei 11,0 Prozent, die SPD bei 8,4, die FDP bei 6,4 und die Grünen bei 5,9 Prozent.
Warum es der AfD laut Umfrage nicht zur Alleinregierung reicht
Trotz des Vorsprungs bräuchte die AfD nach diesen Zahlen einen Koalitionspartner, um zu regieren. Eine absolute Mehrheit hält die Forschungsgruppe Wahlen aus heutiger Sicht für eher unwahrscheinlich.
Je mehr Parteien den Sprung in den Landtag schaffen, desto schwieriger wird es demnach für die AfD. Rechnerisch hätte ein Bündnis aus CDU, Linke, SPD und Grünen zusammen eine Mehrheit. Aktuell regiert in Magdeburg ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP.
Schulze oder Siegmund? Wen die Befragten als Ministerpräsident wollen
Bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten dreht sich das Bild. 48 Prozent hätten lieber CDU-Amtsinhaber Sven Schulze, nur 32 Prozent den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund.
Der Rest antwortete mit „weder noch“, kannte die Personen nicht oder war unentschieden.
Der Vorsprung erklärt sich vor allem damit, dass Siegmund bei den Anhängern von CDU, Linke, SPD und Grünen kaum Rückhalt findet. Auf der Bewertungsskala von plus fünf bis minus fünf schneiden aber beide blass ab: Schulze erreicht 0,1, Siegmund minus 0,4.
Wie die Befragten eine AfD-geführte Regierung sehen
Eine Alleinregierung der AfD lehnt eine Mehrheit ab. 54 Prozent fänden sie schlecht, 30 Prozent gut, zehn Prozent wäre sie egal.
Umfrage in Sachsen-Anhalt: Warum der Kampf um die Fünfprozenthürde entscheidend ist
Banaszak im Wahlkampf: Bürger greift Grünen-Chef in Wernigerode verbal an
Bei der Wahl zwischen einer CDU- und einer AfD-geführten Landesregierung entscheiden sich 50 Prozent für die CDU, 35 Prozent für die AfD.
Ob es der AfD am Ende doch zur absoluten Mehrheit reicht, sehen die Befragten unterschiedlich: 48 Prozent halten das für möglich, 44 Prozent nicht.
Welche Themen die Wahl in Sachsen-Anhalt bestimmen
Die Sorgen der Wählerinnen und Wähler sind vor allem wirtschaftlich geprägt. Als wichtigstes Thema nennen 22 Prozent die Wirtschaftslage, 17 Prozent die Arbeitslosigkeit. Gleichauf liegt mit 17 Prozent das Thema Bildung und Schule. Alle weiteren Bereiche kommen jeweils auf weniger als 14 Prozent.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]