Wahrzeichen

Unesco-Welterbe Wartburg: Sanierung von Palas, Gadem und Personalräumen

Die Wartburg wird umfassend saniert – für zwöf Millionen Euro. Die Bauarbeiten sollen bei geöffneter Burg stattfinden.

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Die Wartburg bei Eisenach.

Die Wartburg bei Eisenach.

© Martin Schutt/dpa

Das Unesco-Welterbe Wartburg in Thüringen wird ab dem Frühjahr 2027 in mehreren Etappen saniert. Wie die Wartburg-Stiftung am mitteilte, fließen knapp zwölf Millionen Euro an Fördermitteln des Bundes und des Landes Thüringen in die Instandsetzung des Palas, des Neuen Treppenhauses sowie des als Café genutzten Gadem-Gebäudes.

Den Auftakt bilden die Arbeiten am Palas, dem repräsentativen Hauptgebäude der Burganlage. Rund 8,2 Millionen Euro sind für die Erneuerung von Dach, Fassaden und technischen Anlagen vorgesehen. Zudem sollen Brandschutz und Sicherheit verbessert sowie die historische Bausubstanz erhalten werden. Im Dachbereich des Treppenhauses ist der Einbau einer Klimaanlage geplant. Mit dem Aufbau des Gerüsts an der Fassade soll bereits in den kommenden Wochen begonnen werden.

Gadem wird abgetragen und neu errichtet

Für 2028 ist die Sanierung des Gadems vorgesehen, eines kleinen Fachwerkhauses aus dem 19. Jahrhundert, das mit erheblichen statischen Problemen zu kämpfen hat. Das Gebäude soll demontiert und unter Verwendung möglichst vieler Originalbauteile wieder aufgebaut werden. Ursprünglich waren für eine Sanierung Kosten von rund 4,5 Millionen Euro veranschlagt worden. Durch den Ersatzbau mit Originalteilen ließen sich diese laut Stiftung auf weniger als zwei Millionen Euro senken. Der Gastronomiebetrieb zieht während der Arbeiten in den Innenhof des nahegelegenen Hotels um.

Ebenfalls ab 2027 werden die ehemaligen Gemeinschaftsräume des Burgpersonals umgebaut. Dafür sind rund 1,8 Millionen Euro eingeplant.

Besuchsbetrieb läuft weiter

Die Bauarbeiten sollen bei geöffneter Burg stattfinden. Einzelne Ausstellungen und Bereiche wie der Festsaal, in dem unter anderem die Haustechnik einschließlich der Fußbodenheizung erneuert wird, müssen jedoch zeitweise geschlossen werden. Teile der Ausstellung werden in das Thüringer Museum in der Eisenacher Innenstadt ausgelagert. Besucher können die dort gezeigten Exponate laut Stiftung mit ihrem Burg-Ticket ohne Aufpreis besichtigen.

Getrennt vom übrigen Sanierungspaket wird das historische Hotel direkt unterhalb der Wartburg betrachtet. Dort steht laut Stiftung die Wiedereröffnung der Gastronomie im Vordergrund. Ein Baubeginn ist frühestens für 2028 zu erwarten. Die Gesamtkosten werden auf rund 25 Millionen Euro geschätzt. Bislang stehen fünf Millionen Euro an Fördermitteln zur Sicherung des Gebäudes bereit, wie ein Sprecher erläuterte.

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Die Wartburg wurde 1080 erstmals urkundlich erwähnt und gehört seit 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe. Im frühen 13. Jahrhundert wirkte dort die Heilige Elisabeth (1207–1231), die bis heute als Sinnbild tätiger Nächstenliebe gilt. Der Augustinermönch Martin Luther (1483–1546) übersetzte 1521/22 auf der Burg das Neue Testament ins Deutsche.

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