Nach dem Vorwurf menschenverachtender Äußerungen in sozialen Medien hat die Universitätsmedizin Rostock einen Arzt freigestellt. Zudem sei Strafanzeige gestellt worden, teilte eine Sprecherin der Klinik dieser Redaktion mit.
Die Universitätsmedizin habe am Abend des 25. August von dem Sachverhalt Kenntnis erhalten, erklärte die Sprecherin. Der Vorstand habe den Mitarbeiter daraufhin unverzüglich mit den Aussagen konfrontiert und den Verdacht bestätigt. Der Arzt sei umgehend freigestellt worden. „Weitere arbeitsrechtliche Maßnahmen werden aktuell ergriffen“, so die Sprecherin.
In sozialen Medien waren nach Angaben der Klinik Beiträge des Mediziners verbreitet worden, darunter die Formulierung „Remigrieren oder kremieren“.
Aufarbeitung dauert an
Auf die Frage, ob überprüft werde, ob Patienten mit Migrationshintergrund in der Vergangenheit möglicherweise schlechter behandelt worden sein könnten, teilte die Sprecherin mit, man werde dies aufarbeiten.
Mecklenburg-Vorpommerns Hochschulministerin Bettina Martin (SPD) bezeichnete die Äußerungen als zutiefst menschenverachtend und inakzeptabel. „Dass ausgerechnet ein Arzt, der sich mit seinem Eid dem Wohlergehen und dem Leben der Menschen verschrieben hat, solche brutalen, rassistischen Aussagen tätigt, ist erschütternd und erfordert harte Konsequenzen“, sagte die Ministerin.
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Weitere Angaben zur Identität des Arztes oder seiner Funktion an der Klinik machte die Universitätsmedizin zunächst nicht. (mit dpa)
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