Im Milower Land im Havelland soll auf einer ehemaligen Industriebrache ein neues Betonfertigteilwerk entstehen. Die Berliner Basaltin Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH plant gemeinsam mit einem Berliner Rohbauunternehmer, das Gelände bei Großwudicke westlich der Landesstraße 97 zu entwickeln. In mehreren Ausbaustufen sollen langfristig über 100 Arbeitsplätze geschaffen und ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden.
„Das sind letztendlich über 100 Arbeitsplätze. Und das ist für uns eine Hausnummer. Es hält Leute in der Region und bringt Leute in die Region“, sagte der SPD-Bürgermeister der Gemeinde Milower Land, Felix Menzel, gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung.
Auf dem Areal befinden sich eine Halle und Nebenanlagen, die einst von der Deutschen Bahn als kleiner Verladebahnhof genutzt wurden. Inzwischen ist das Gelände verwahrlost, das vorhandene Hallengebäude sei jedoch noch gut erhalten und müsse nicht abgerissen werden, erklärte der 33-jährige Firmenchef Onur Basaltin, der das Unternehmen nach eigenen Angaben mit seinem Bruder betreibt. Für das Vorhaben im Milower Land habe man einen Geschäftspartner gewonnen – einen Rohbauunternehmer aus Berlin. Es handle sich um ein Joint Venture, so Basaltin gegenüber der MAZ.
Geplant: Produktion von Betonfertigteilen
Bürgermeister Menzel bezeichnete die Standortwahl als vernünftig: „Bereits versiegelte Fläche finden, kaufen und entwickeln – das ist schon der richtige Ansatz.“ In der Gegend um Großwudicke und Kleinwudicke habe es früher bereits ein Betonwerk gegeben, wie Bürger ihm wiederholt berichtet hätten.
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Geplant ist die Produktion von Betonfertigteilen etwa für den Haus- und Wegebau. Neben privaten Abnehmern setzen die Investoren auch auf öffentliche Aufträge. Drei Ausbaustufen sind vorgesehen, wobei mindestens eine weitere Halle errichtet werden soll. In der ersten Phase könnten mindestens 20 Arbeitsplätze entstehen, perspektivisch über 60. Läuft alles nach Plan, könnte die Produktion im Frühjahr 2027 beginnen. „Wir warten auf den B-Plan der Gemeinde und würden dann loslegen“, sagte Basaltin.
Die Gemeinde arbeitet derzeit an den erforderlichen Bauleitplänen. Konkret geht es um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für knapp 23.000 Quadratmeter – eine Fläche, die etwa drei Fußballfeldern entspricht. Die Gemeindevertretung sollte am Mittwoch, dem 18. März, in öffentlicher Sitzung in Milow über die Auslegung der Unterlagen beschließen. Öffentlichkeit und Behörden werden im Rahmen des regulären Planungsverfahrens beteiligt. Die Eingriffe in die Natur hält Menzel für überschaubar, Gutachten sollen dies im Detail klären.
Erhöhtes Verkehrsaufkommen möglich
Im Hauptausschuss Ende Februar hatte der Bürgermeister bereits auf einen möglichen höheren Verkehr durch das Werk hingewiesen. Einwohner könnten eine sichere Querungsmöglichkeit zwischen Kleinwudicke und Großwudicke einfordern. Ein Zebrastreifen oder eine Ampel wurden als mögliche Maßnahmen angeregt.
In unmittelbarer Nähe des geplanten Betonwerks ist an der Bundesstraße 188 zudem ein deutlich größeres Vorhaben geplant: der gewerblich-industrielle Großstandort „Westliches Havelland". Die Gemeinde Milower Land, die Stadt Premnitz und der Landkreis Havelland kooperieren dort an zwei Teilstandorten mit insgesamt rund 250 Hektar Fläche – etwa 150 Hektar bei Großwudicke und rund 100 Hektar am erweiterten Industriepark Premnitz.
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