Das Unwetter in Thangelstedt (Thüringen) kam schnell und traf hart: Am Montagabend zog eine sogenannte Superzelle über den Blankenhainer Ortsteil im südlichen Weimarer Land und richtete schwere Schäden an. Dächer wurden abgedeckt, Bäume stürzten um, Straßen waren blockiert – und mehrere Tiere starben.
Für die Region hatte der Deutsche Wetterdienst zuvor eine Unwetterwarnung ausgegeben. Anwohner berichteten von Windhose, die sich mitten in seinem Hof drehte. Verletzt wurde nach Angaben der Rettungsleitstelle niemand. Was in dem Thüringer Dorf geschah und warum der DWD nun sogar einen Tornado-Verdacht untersucht – ein Überblick.
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Was eine Superzelle so gefährlich macht
Eine Superzelle ist ein besonders schweres und langlebiges Gewitter. Ihr Kennzeichen ist ein rotierender Aufwind, der das System über längere Zeit stabil hält.
Genau ein solches Gewitter zog laut Feuerwehr über Thangelstedt hinweg – begleitet von starken Windböen. Bereits am Dienstag hatten in der Region unwetterartige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Orkanböen gewütet, wie der DWD mitteilte.
Für die betroffene Region galt vor dem Ereignis eine Unwetterwarnung. Besonders betroffen waren nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa die Orte Blankenhain und Bad Berka.
Ein Anwohner erzählt vom Unwetter
Wie schnell alles ging, schildert Dorfbewohner Andreas Dambach. „Das ging innerhalb von fünf Minuten. Da kam ein Sturm und Hagel“, sagte er gegenüber den Medien.
„Und plötzlich, wir haben aus dem Fenster geschaut, war bei uns im Hof eine Windhose. Die hat sich immer so rumgedreht und so rum“, so Dambach weiter.
Die Superzelle deckte im Westen des Dorfes das Dach einer Reithalle teilweise ab. Herabgerissene Dachplatten flogen über das Gelände und schlugen teils in andere Gebäude ein. Nach Angaben von Anwohner Dambach wurden dabei schwere Asbestplatten durch die Luft geschleudert.
Die Folgen des Unwetters im Überblick:
- Reithallen-Dach: zur Hälfte abgedeckt, herabgerissene Platten trafen weitere Gebäude
- Spielplatz: verwüstet beziehungsweise zerstört
- Bäume: entwurzelt, blockierten Zufahrtsstraßen
- Stromversorgung: durch gekappte Freileitungen kurzzeitig unterbrochen, noch in der Nacht behoben
- Weitere Orte: auch in Kottendorf registrierte die Feuerwehr Schäden an mehreren Dächern
Die anrückende Feuerwehr musste sich den Weg nach Thangelstedt erst freischneiden.
Tote Tiere und Ziegen im Wasser
Besonders getroffen hat das Unwetter Tiere im Ort. Nach Angaben von Andreas Dambach starben zwölf Gänse, die von umherfliegenden Trümmern erschlagen wurden.
Der MDR berichtet zudem von einer Entenfamilie, die von Trümmern getroffen wurde – mehrere Tiere starben. Ziegen standen den Angaben zufolge zeitweise bauchhoch im Wasser. Die Aufräumarbeiten dauerten am Dienstagmorgen weiterhin an. Derzeit helfen sich die Nachbarn gegenseitig.
Prüft der DWD einen Tornado?
Ob in Thangelstedt tatsächlich ein Tornado auftrat, ist bislang nicht geklärt. Berichte über einen möglichen Tornado werden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes untersucht.
Der DWD arbeitet dabei mit dem Tornadoexpertenverbund TOREX zusammen. Ziel ist es zu klären, welche Windphänomene tatsächlich aufgetreten sind.
Fest steht: Auch am Dienstagmorgen warnte der DWD in vielen Teilen Thüringens vor kräftigen Gewittern. Tagsüber wurde eine neue Hitzewelle mit Temperaturen bis 36 Grad erwartet.
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