Der VfL Bochum hat innerhalb von acht Tagen drei Spiele absolviert. Erst trotzte die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler dem Aufstiegsfavoriten VfL Wolfsburg ein 1:1 ab, dann warf sie den Bundesligisten Mainz 05 aus dem DFB-Pokal. Doch ausgerechnet das dritte Spiel, gegen Energie Cottbus, bezeichnete Rösler anschließend als die schwierigste Aufgabe der Woche.
„Es war eine sensationelle Woche und das heute das schwierigste Spiel“, sagte der Bochumer Trainer nach dem 2:1-Erfolg im Stadion der Freundschaft. Eine bemerkenswerte Einschätzung, schließlich hatte sein Team wenige Tage zuvor noch einen Bundesligisten bezwungen. Mainz 05 wird seit September von Urs Fischer trainiert, der beim 1. FC Union Berlin über Jahre eine erfolgreiche Ära geprägt hatte.
Union-Legende Urs Fischer scheiterte mit dem 1. FSV Mainz 05 am VfL Bochum.
© David Inderlied/dpa
Bochum bezwingt Urs Fischer
Die Bochumer hatten sich in den vergangenen Tagen einiges abverlangt. Am Freitag, 23. Oktober, empfingen sie zunächst den VfL Wolfsburg. Der Bundesliga-Absteiger verfügt mit einem Marktwert von knapp 95 Millionen Euro über den wertvollsten Kader der 2. Bundesliga und galt vor Saisonbeginn als Topfavorit auf den Wiederaufstieg. Trotzdem hielt Bochum mit und verdiente sich beim 1:1 einen Punkt.
Am Dienstag folgte dann der nächste Kraftakt. Im DFB-Pokal empfing der VfL den 1. FSV Mainz 05. Der Bundesligist, trainiert vom ehemaligen Union-Coach Urs Fischer, musste sich an der Castroper Straße mit 0:2 geschlagen geben. Christian Rasmussen und Philipp Hofmann sorgten für den Einzug ins Achtelfinale.
Drei Tage später wartete mit Energie Cottbus die nächste Herausforderung. Für die Lausitzer war es dagegen das erste Spiel nach einer kompletten Trainingswoche. Bochum musste erneut reisen und hatte die Belastungen der beiden vorherigen Partien in den Beinen.
Uwe Rösler hatte vor Energie Cottbus bereits gewarnt
Dass das Spiel in Cottbus daher besonders schwierig werden könnte, hatte Rösler schon vor dem Anpfiff angesprochen. „Das dritte Spiel ist immer das Schwierigste, gerade wenn du den Rhythmus nicht gewohnt bist“, erklärte der 57-Jährige auf der Pressekonferenz vor der Partie. Dabei gehe es nicht nur um die körperliche Verfassung. „Dafür musst du körperlich, aber vor allem auch mental bereit sein.“
Nach dem Abpfiff konnte Rösler seine Einschätzung noch einmal unterstreichen. Seine Mannschaft habe sich nach den vorherigen Begegnungen sensationell erholt – körperlich und mental. Besonders hob er dabei zwei Spieler hervor: Maximilian Wittek und Christian Rasmussen hätten sich trotz ihrer angeschlagenen Verfassung nach dem Pokalspiel bereit erklärt, erneut aufzulaufen.
„Das symbolisiert den Charakter dieser Mannschaft und unsere Siegermentalität“, sagte Rösler. Auch die Laufleistung seiner Spieler beeindruckte ihn. Trotz der englischen Woche habe Bochum gegen die physisch starke Mannschaft aus Cottbus mehr Kilometer zurückgelegt als der Gastgeber.
Energie Cottbus macht es Bochum lange schwer
Dass Rösler die Partie nicht ohne Grund als schwierigste der Woche einstufte, zeigte sich auf dem Platz. Energie hatte in der ersten Halbzeit viel Ballbesitz und ging durch einen verwandelten Foulelfmeter von Tolcay Cigerci in der 21. Minute in Führung. Bochum fand zunächst nur schwer Zugriff auf das Spiel.
Rösler bemängelte anschließend vor allem die Probleme im zentralen Mittelfeld. Seine beiden Sechser seien nicht richtig unter den Ball gekommen, zudem habe es zu viele Ballverluste gegeben. Aus einem davon sei schließlich die Situation entstanden, die zum Elfmeter führte.
Nach der Pause bekam Bochum die Partie besser in den Griff. Zwar sorgten gleich mehrere aberkannte Treffer zunächst für Aufregung, doch Philipp Hofmann gelang in der 70. Minute der Ausgleich. Sechs Minuten vor dem Ende machte der eingewechselte Christian Rasmussen den Bochumer Erfolg perfekt.
Für Energie war es dagegen die nächste bittere Niederlage nach einer zwischenzeitlichen Führung. Zum fünften Mal in Serie verspielten die Lausitzer einen Vorsprung.
Rösler konnte nach dem Schlusspfiff entsprechend zufrieden auf die vergangenen acht Tage zurückblicken. Drei Spiele, zwei Siege und ein Unentschieden. Und ausgerechnet der Erfolg beim Aufsteiger war für ihn die größte Herausforderung.
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