US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat Generalleutnant Brett Sylvia als Leiter für Strategie, Planung und Politik im gemeinsamen Militärstab entlassen. Das berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen Verteidigungsbeamten. Laut CNN steht Sylvia im Verdacht, geheime Informationen weitergegeben zu haben. Der Sender beruft sich dabei auf einen Beamten aus dem Verteidigungsressort. Öffentlich belegte Untersuchungsergebnisse wurden zunächst nicht bekannt.
Der Personalwechsel betrifft einen Bereich, der militärische Strategien und Empfehlungen für die Führung in Washington erarbeitet. Zugleich prüft Präsident Donald Trump neue Angriffe auf den Iran. Wer Sylvias Aufgaben übernimmt, war zunächst offen.
Zweiter Wechsel auf demselben Führungsposten
Über die Entlassung berichtete zuerst das US-Magazin The Atlantic. Es ist bereits dem Medium zufolge bereits der zweite erzwungene Abgang an der Spitze des als J5 bezeichneten Planungsbereichs innerhalb eines Jahres. Sylvias Vorgänger, Generalleutnant Joseph McGee, musste im Oktober 2025 in den Ruhestand gehen.
Ein früherer Mitarbeiter des gemeinsamen Militärstabs bezeichnete den Zeitpunkt gegenüber The Atlantic als ungünstig. Der Leiter des Bereichs sei ein wichtiges Bindeglied zwischen den Einsatzkräften, der politischen Führung des Verteidigungsministeriums und dem Weißen Haus.
Die Aufgabe des J5 besteht darin, militärische Optionen in einen größeren strategischen Zusammenhang einzuordnen. Laut der von CNN wiedergegebenen offiziellen Aufgabenbeschreibung entwickelt der Bereich Empfehlungen für den Generalstabschef, der wiederum den Präsidenten berät. Dabei sollen die Anforderungen der Militärkommandos, die Abstimmung mit Verbündeten und mögliche Risiken berücksichtigt werden.
Sprecher distanziert sich von erster Erklärung
Ein Sprecher von Generalstabschef Dan Caine bestätigte Sylvias Abschied gegenüber CNN. Zunächst dankte er dem General und dessen Familie für 32 Dienstjahre und wünschte ihnen alles Gute für die Zukunft.
Später distanzierte sich der Sprecher von dieser Verabschiedung. Nach weiterer Prüfung sei festgestellt worden, dass die Erklärung die Umstände des Abgangs nicht angemessen wiedergegeben habe, erklärte er laut CNN. Welche Angaben daran unvollständig oder unzutreffend gewesen seien, erläuterte er nicht.
Der von CNN zitierte Verteidigungsbeamte begründete die Entlassung mit mutmaßlichem Fehlverhalten und verwies auf Ermittlungen wegen einer möglichen Weitergabe geheimer Informationen. Eine Stellungnahme Sylvias lag dem Sender zunächst nicht vor. Seine Biografie war am Mittwochabend bereits von der Website des gemeinsamen Militärstabs entfernt worden.
Neue Iran-Einsätze werden vorbereitet
Unterdessen bauen die USA ihre militärischen Möglichkeiten im Nahen Osten aus. Laut AP sind ein dritter US-Flugzeugträger und Tausende zusätzliche Soldaten auf dem Weg in die Region. Zwei unterrichtete Diplomaten erklärten der Agentur, US-Vertreter hätten Staaten im Nahen Osten auf mögliche neue Angriffe und iranische Vergeltung vorbereitet. Trump habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen.
CNN berichtete unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter, die Streitkräfte könnten innerhalb von 96 Stunden nach einem Befehl neue, möglicherweise umfangreiche Operationen beginnen. Mehrere Gesprächspartner des Senders halten einen solchen Befehl nach den Zwischenwahlen am 3. November für möglich.
Nach ihren Angaben hat Trump sich aber noch nicht festgelegt. Sie verwiesen darauf, dass er auch früher erwogene Militäraktionen kurzfristig verworfen habe. Trump selbst hatte erklärt, vor den Zwischenwahlen werde es keinen Angriff geben.
Hegseths Umgang mit der Militärführung
Sylvia hatte vor seiner Tätigkeit im gemeinsamen Militärstab die 101. Luftlandedivision der US-Armee geführt. Laut CNN war er noch unter dem damaligen Verteidigungsminister Lloyd Austin am Ende der Amtszeit von Präsident Joe Biden für den Planungsposten nominiert worden.
Hegseth hat seit seinem Amtsantritt zahlreiche ranghohe Militärs abgesetzt oder zum Ausscheiden gedrängt. CNN berichtete zudem wiederholt über seinen Verdacht, Mitarbeiter des gemeinsamen Militärstabs gäben Informationen weiter, um ihm politisch zu schaden.
Im vergangenen Jahr entließ Hegseth auch drei hochrangige zivile Pentagon-Mitarbeiter und beschuldigte sie öffentlich, Informationen durchgestochen zu haben. Laut CNN wurden diese damaligen Vorwürfe nicht bewiesen.
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