Die USA und der Iran haben eine weitere Runde indirekter Gespräche in Katar mit ersten positiven Signalen beendet. Nach Angaben des katarischen Außenministeriums erzielten beide Seiten bei Themen Fortschritte, die bereits Teil der im Juni vereinbarten Waffenruhe gewesen seien. Einen Durchbruch für eine dauerhafte politische Einigung gab es jedoch nicht.
Die Delegationen verhandelten in Doha getrennt voneinander. Vermittelt wurden die Gespräche von Katar und Pakistan. Laut mit den Verhandlungen vertrauten Personen standen vor allem zwei Themen im Mittelpunkt: die Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte.
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Atomprogramm noch nicht auf der Tagesordnung
US-Präsident Donald Trump äußerte sich nach den Gesprächen optimistisch. Die Bemühungen um eine Begrenzung des iranischen Atomprogramms entwickelten sich „gut“, sagte er vor Journalisten in Washington. Nach Angaben von Reuters unter Berufung auf mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen spielte das Atomprogramm bei den Gesprächen in Doha allerdings noch keine Rolle. Demnach handelte es sich zunächst um technische Gespräche zur Umsetzung der bereits vereinbarten Punkte. US-Vizepräsident JD Vance kündigte an, dass die Atomfrage in einer späteren Verhandlungsphase behandelt werden solle.
Nach Angaben Katars soll die nächste Gesprächsrunde nach den Trauerfeierlichkeiten für den getöteten iranischen Revolutionsführer Ali Chamenei stattfinden, die bis zum 9. Juli dauern. Dessen Nachfolger Modschtaba Chamenei nimmt inzwischen das Amt des Obersten Führers ein.
Straße von Hormus bleibt entscheidender Streitpunkt
Im Zentrum der Gespräche stand erneut die Straße von Hormus. Über die Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasexports transportiert. Nach den militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, den USA und dem Iran war der Schiffsverkehr dort zeitweise stark beeinträchtigt.
Nach Angaben von Reuters will der Iran weiterhin internationale Anerkennung seiner Kontrolle über die Meerenge erreichen. Demnach hält Teheran an Plänen fest, ab Mitte August Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen zu erheben. Andere Staaten beobachten diese Ankündigung mit Sorge.
Ölpreis fällt auf tiefsten Stand seit vier Monaten
Die Aussicht auf weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran setzte die Ölpreise erneut unter Druck. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich zeitweise um rund ein Prozent auf 70,80 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel auf 67,74 US-Dollar. Beide Referenzsorten erreichten damit den niedrigsten Stand seit vier Monaten.
Händler führen den Preisrückgang vor allem auf die Hoffnung zurück, dass sich die Lage in der Straße von Hormus weiter stabilisiert. Über die Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasexports transportiert. Solange die Schifffahrt ohne größere Einschränkungen möglich bleibt, rechnen die Märkte mit einem höheren Angebot und sinkenden Risiken für die Energieversorgung.
Zusätzlichen Druck auf die Ölpreise erzeugen Erwartungen, dass das Förderbündnis Opec+ bei seinem Treffen am Sonntag eine weitere Anhebung der Fördermengen beschließen könnte. Die Schweizer Großbank UBS senkte deshalb ihre Prognosen für den Brent-Preis und verwies dabei ausdrücklich auf die Annäherung zwischen den USA und dem Iran sowie die zunehmende Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Gleichzeitig warnte die Bank jedoch davor, bereits von einer vollständigen Entspannung auszugehen. Der Tankerverkehr in den Persischen Golf habe sich bislang noch nicht vollständig normalisiert.
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