Der Verdächtige im Fall von Stade hat Suizid begangen. Dies teilte das niedersächsische Justizministerium mit. Der 45-Jährige nahm sich den Angaben zufolge in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde das Leben. Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es derzeit nicht, teilte das Ministerium mit.
Der 45-Jährige soll am 29. Juni in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade vier Frauen und zwei Männer erschossen haben. Drei Opfer arbeiteten für die Einrichtung, drei weitere für das Jugendamt der Region Hannover. Sie hatten an einem Gespräch über den weiteren Umgang mit der drei Monate alten Tochter des Beschuldigten teilgenommen.
Verdächtiger von Stade hatte keinen Aufenthaltstitel – Türkei-Haftbefehl
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Verdächtiger von Stade hatte keinen Aufenthaltstitel
In der Einrichtung waren demnach die drei Monate alte Tochter des Verdächtigen sowie die 34-jährige Kindsmutter untergebracht. Der Mann wurde kurz nach der Tat auf der Flucht festgenommen. Er saß seitdem wegen des Verdachts auf sechsfachen Mord in Untersuchungshaft.
Der Gefangene wurde am Dienstag um 6.05 Uhr von einem Angestellten der JVA aufgefunden. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. „Die Ermittlungen zu den konkreten Umständen des Todes wurden eingeleitet und laufen derzeit“, hieß es weiter. Die JVA Bremervörde sei derzeit damit befasst, einen „umfassenden Sofortbericht“ zu formulieren. Die Angehörigen des Toten sowie die Angehörigen der Opfer von Stade seien informiert worden.
Am Montag wurde bekannt, dass der in Deutschland geborene 45-Jährige keinen Aufenthaltstitel hatte. Zudem lag gegen den türkischen Staatsangehörigen ein offener nationaler Haftbefehl in der Türkei vor. Die Hintergründe des türkischen Haftbefehls sind noch nicht öffentlich bekannt.
Das Verfahren gegen gegen den 45-Jährigen wird nun eingestellt, da gegen einen Toten kein Ermittlungsverfahren geführt werden kann. Trotzdem wird die Tat weiter aufgeklärt, auch hinsichtlich weiterer möglicher Tatbeteiligter. Der 45-Jährige hatte das Fluchtauto nicht selbst gefahren, sondern eine 65-jährige Frau. Bei ihr handelt es sich um die Schwiegermutter des niedersächsischen Migrationsbeauftragten Deniz Kurku.
Hilfe-Nummern
Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de
Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Sonnabend nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de
Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch Türkisch. mutes.de
Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de
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