Nach dem tödlichen Auto-Anschlag auf eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi in München ist der Angeklagte Farhad N. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Oberlandesgericht München stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wird eine Freilassung auf Bewährung nach 15 Jahren Haft erheblich erschwert.
Der aus Afghanistan stammende 25-Jährige war im Februar vergangenen Jahres kurz vor der Bundestagswahl mit einem Auto von hinten in den Demonstrationszug gefahren. Dabei tötete er nach Angaben der Bundesanwaltschaft eine 37 Jahre alte Mutter und ihr zwei Jahre altes Kind.
Bundesanwaltschaft sprach von komplexem Motivbündel
Die Karlsruher Ankläger hatten lebenslange Haft wegen zweifachen Mordes und 22-fachen versuchten Mordes gefordert sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Die Verteidigung hatte dagegen auf 15 Jahre Haft und eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik plädiert.
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Laut Bundesanwaltschaft handelte N. aus einem komplexen Motivbündel. Demnach spielten religiöse und damit verbundene politische Gründe eine Rolle, ebenso Einsamkeit und diffuse Ängste. Gutachter kamen zu dem Ergebnis, dass die Schuldfähigkeit des Angeklagten nicht eingeschränkt war. (mit dpa)
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