Archäologie

Vor Bahnstrecken-Ausbau: Großes frühbronzezeitliches Gräberfeld bei Casekow entdeckt

Vor dem Ausbau der Bahnstrecke Angermünde–Stettin haben Archäologen die Strecke untersucht. Dies führte zu einigen interessanten Funden.

OAZ
2 Min
Eine Mitarbeiterin des BLDAM hält während einer Pressekonferenz des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Deutsche Bahn zu den archäologischen Grabungen an der Bahntrasse Angermünde – Stettin ein Gefäß aus der Grabung Luckow 21 aus der Zeit 2400 bis 2200 vor Christus in der Hand.

Eine Mitarbeiterin des BLDAM hält während einer Pressekonferenz des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Deutsche Bahn zu den archäologischen Grabungen an der Bahntrasse Angermünde – Stettin ein Gefäß aus der Grabung Luckow 21 aus der Zeit 2400 bis 2200 vor Christus in der Hand.

© Sebastian Gollnow/dpa

Bei Grabungen entlang der Bahntrasse nahe Luckow und Casekow im Landkreis Uckermark hat das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum (BLDAM) nach eigenen Angaben mehrere bedeutende Funde gemacht. Es handle sich um das größte Gräberfeld der frühen Bronzezeit, das jemals in Brandenburg entdeckt worden sei, sagte der Archäologe Michael Müller. Die Bestattungen werden auf die Zeit zwischen 2200 und 2000 vor Christus datiert.

Insgesamt seien 31 Bestattungen freigelegt worden, darunter 30 Skelettgräber und eine Brandbestattung, teilte das Landesamt mit. Die Toten seien überwiegend in der für diese Zeit typischen Hocklage auf der rechten Körperseite bestattet worden, mit Süd-Nord-Ausrichtung und dem Kopf im Osten. Als Grabbeigaben fanden die Archäologen Dolchklingen, Pfeilspitzen, eine Tasse, Keramikgefäße sowie Gegenstände, die als Werkzeuge oder Statussymbole gedient haben dürften.

Seit 2020 untersucht das Landesamt nach eigenen Angaben die Flächen entlang der Strecke. Dabei sei das Areal mit Drohnen abgeflogen worden, zudem seien Luftaufnahmen entstanden und ein Scanner habe die Oberfläche abgetastet. Die Hauptuntersuchungen liefen seit 2022.

Zuordnung zu bekannter Kultur war nicht möglich

Im November 2024 kam es zu weiteren interessanten Funden bei Casekow. Neben und in einem größeren Steinpflaster waren mehrere Bestattungen in Steinkisten freigelegt worden. Diese Gräber stammten aus dem Übergang von der Jungsteinzeit zur Frühbronzezeit, etwa zwischen 2300 und 1900 vor Christus.

Die Knochenerhaltung sei trotz der langen Liegedauer im Boden erstaunlich gut, hieß es vom Landesamt. Die Bergung sei mit größter Vorsicht erfolgt, um spätere paläogenetische Analysen nicht zu beeinträchtigen. Eine Zuordnung zu einer bekannten archäologischen Kultur sei bislang nicht möglich. Infrage kämen die Oderschnurkeramik, die Glockenbecherkultur oder die Aunjetitzer Kultur.

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Die Funde sind nach Angaben des Landesamtes Landeseigentum. Zunächst folgten Ausgrabungsberichte und naturwissenschaftliche Proben. Wann und wo die Gegenstände ausgestellt werden könnten, sei noch offen.

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