In der iranischen Hauptstadt Teheran sind am Wochenende offenbar Parolen gegen das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei und für den 1979 gestürzten Schah zu hören gewesen. Menschen in dem Viertel Ekbatan im Osten der iranischen Hauptstadt skandierten am Sonntag „Tod Chamenei“, „Tod der Islamischen Republik“ und „Lang lebe der Schah“ von ihren Balkonen, wie der Nutzer Schahrak Ekbatan, der die Gegend beobachtet, in Onlinediensten berichtete.
Von ihren Häusern aus riefen Demonstranten Slogans wie „Lang lebe der Schah“ und „Tod dem Mörder Khamenei“, berichtete auch der persischsprachige Auslandssender Iran International. Die Nachrichtenagentur AFP konnte entsprechende Videos des Senders nach eigenen Angaben zunächst nicht verifizieren.
Die regierungskritischen Proteste im Iran hatten Anfang Januar ihren Höhepunkt erreicht. Die US-Menschenrechtsorganisation Hrana dokumentierte mindestens 7.010 Todesopfer, überwiegend Demonstranten, sowie mehr als 53.845 Festnahmen.
250.000 Teilnehmer bei Demonstration in München
Am Wochenende demonstrierten tausende Menschen in mehreren Städten weltweit gegen die Führung in Teheran. Etwa in Washington, Los Angeles und Toronto fanden Solidaritätsbekundungen mit Protestteilnehmern im Iran statt. Pahlavis Büro zufolge demonstrierten weltweit mehr als eine Million Menschen. Diese Zahl ließ sich zunächst nicht verifizieren.
In München nahmen nach Polizeiangaben rund 250.000 Menschen an einer Demonstration am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz teil. Bei der Kundgebung trat der Sohn des 1979 gestürzten letzten Schahs, Reza Pahlavi, auf und bekundete seinen Willen, den „Übergang zu einer säkularen, demokratischen Zukunft“ des Iran anzuführen.
Iran und USA: Verhandlungen in Genf am Dienstag
Die Demonstrationen fanden vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zwischen den USA und dem Iran statt. Am Dienstag sollen in Genf neue Gespräche zwischen den beiden Ländern stattfinden. Für die iranische Seite wird einem Reuters-Bericht zufolge der Außenminister Abbas Araghtschi teilnehmen.
Auf US-Seite sollen der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, nach Genf reisen, berichtete Reuters unter Berufung auf einen hochrangigen iranischen Beamten. US-Außenminister Marco Rubio erklärte am Sonntag, Trump bevorzuge eine diplomatische Lösung. Witkoff und Kushner seien zu „wichtigen Gesprächen“ unterwegs.
Während Teheran ausschließlich über sein Atomprogramm und die Aufhebung von Sanktionen verhandeln will, fordern die USA und Israel auch Gespräche über das iranische Raketenprogramm sowie die Unterstützung Teherans für Milizen wie die Hisbollah und die Hamas.
Zuletzt hatte Trump den Druck auf den Iran erhöht und einen zweiten Flugzeugträger in den Nahen Osten entsandt. Der Sender CBS berichtete unter Berufung auf zwei anonyme Quellen, Trump habe dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu bei einem Treffen im Dezember zugesagt, israelische Angriffe auf das iranische Raketenprogramm zu unterstützen, sollten die Verhandlungen scheitern.
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