Vor dem Werktor West in Zwickau und an weiteren sächsischen VW-Standorten sowie am Konzernsitz in Wolfsburg werden am Donnerstag Beschäftigte gegen die Sparpläne des Konzerns demonstrieren. Die Gewerkschaft IG Metall reagiert damit auf Berichte über einen möglichen Kahlschlag mit der Streichung von 100.000 Stellen und der Schließung mehrerer Werke, darunter das in Zwickau.
Die IG Metall ruft für Donnerstag, den 9. Juli, zu einem bundesweiten Aktionstag an allen deutschen Standorten des Volkswagen-Konzerns auf. In Sachsen sind Kundgebungen in Zwickau, Chemnitz und Dresden geplant. Das teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit.
Bericht: VW will 100.000 Stellen streichen und Zwickau-Werk könnte schließen
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Keine Warnstreiks, sondern Protestveranstaltungen
In Zwickau versammeln sich die Beschäftigten um 13.30 Uhr vor dem Tor West, in Chemnitz beginnt eine schichtübergreifende Aktion um 13.20 Uhr am Werktor A, in Dresden findet um 14.00 Uhr eine Kundgebung auf der Brücke an der Lennéstraße statt.
Nach Angaben der IG Metall handelt es sich um Informations- und Protestveranstaltungen der Vertrauensleute und Betriebsräte, nicht um Warnstreiks. Beim Haustarifvertrag der Volkswagen AG sowie in der Metall- und Elektroindustrie gelte derzeit die Friedenspflicht.
Reaktion auf Berichte über Stellenabbau und Schließungen
Anlass der Aktionen ist die Berichterstattung über mögliche Sparpläne des Vorstands. Nach einem Bericht des Manager Magazins könnten im Konzern bis zu 100.000 der derzeit rund 657.000 Arbeitsplätze wegfallen. Mittelfristig stünden dem Bericht zufolge vier Werke vor einer möglichen Schließung, darunter der sächsische Standort Zwickau. Dort werden seit Juni 2020 ausschließlich Elektrofahrzeuge gefertigt, Ende 2025 beschäftigte das Werk rund 8000 Mitarbeiter.
Ein Konzernsprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Richtig sei aber, dass die gesamte Automobilindustrie eine tiefgreifende Transformation durchlaufe, hieß es. Neue Zölle, härterer Wettbewerb und rückläufige Märkte bedeuteten Belastungen in zweistelliger Milliardenhöhe pro Jahr.
Aktionstag zur Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg
In Wolfsburg versammeln sich die Beschäftigten um 14.00 Uhr vor dem Markenhochhaus – dort tagt am selben Tag auch der Aufsichtsrat des Konzerns. Bei der Sitzung droht laut der Deutschen Presse-Agentur ein Schlagabtausch. IG Metall und Betriebsrat kündigten Widerstand gegen die Pläne an, auch das Land Niedersachsen lehnt Werksschließungen ab. Das Land ist mit 20 Prozent an VW beteiligt und stellt zwei Mitglieder im Aufsichtsrat. Die Mehrheit im Gremium hat derzeit die Arbeitnehmerseite, IG-Metall-Chefin Christiane Benner ist stellvertretende Vorsitzende.
Medienberichten zufolge liegt bereits ein Alternativplan bereit, sollten die Vorschläge im Aufsichtsrat scheitern: Dann könnte eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden. Auch dort hat das Land Niedersachsen laut VW-Gesetz eine Sperrminorität.
Benner erklärte: „Das ist ein klares Signal an den Vorstand: Nicht mit uns!“ Die Beschäftigten hätten ihre Beiträge geleistet. Sie forderte vom Konzern und der Politik Konzepte, wie die Werke ausgelastet werden könnten, sowie Schutz vor unfairem Wettbewerb. Bei Volkswagen gilt bislang eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2030.
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