Führung

Sachsens größter Chemiearbeitgeber bleibt in weiblicher Hand

Georgia Wollmann übernimmt ab Oktober die Leitung des Wacker-Chemie-Werks in Nünchritz. Sie folgt damit auf Dr. Jutta Matreux.

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Dr. Georgia Wollmann wird ab 1. Oktober die neue Chefin der Wacker Chemie AG in Nünchritz mit rund 1500 Beschäftigten sein.

Dr. Georgia Wollmann wird ab 1. Oktober die neue Chefin der Wacker Chemie AG in Nünchritz mit rund 1500 Beschäftigten sein.

© Wacker Chemie

Die 1500 Beschäftigten am Chemiestandort in Nünchritz bekommen eine neue Chefin. Georgia Wollmann übernimmt am 1. Oktober 2026 die Leitung des Wacker-Chemie-Werks. Sie folgt auf Dr. Jutta Matreux, die nach sieben Jahren an der Spitze des sächsischen Standorts als neue Werkleiterin ins Stammwerk nach Burghausen in Bayern wechselt.

Der Führungswechsel fällt in eine wirtschaftlich extrem angespannte Zeit für die ostdeutsche Industrie. Die Chemiebranche leidet massiv unter den anhaltend hohen Energiepreisen und einer schwachen globalen Nachfrage. Vor allem die Krise der Solarbranche und der damit verbundene Rückgang bei der Siliziumnachfrage belasten Wacker Chemie.

Sparprogramm bringt harten Einschnitt

Das Unternehmen steuert dagegen, hat ein Restrukturierungsprogramm aufgelegt, mit dem jährliche Einsparungen von rund 300 Millionen Euro erzielt werden sollen. Für den Standort Nünchritz bedeutet das, dass bis Ende des kommenden Jahres etwa 200 der rund 1500 Arbeitsplätze wegfallen. Das Ganze soll ohne Kündigungen erfolgen. Stattdessen greifen Freiwilligenprogramme, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge.

Einen Prozess, der nun unter der Leitung von Georgia Wollmann fortgesetzt wird. Sie sei im Konzern fest verwurzelt und kenne den sächsischen Standort bereits aus früheren Führungspositionen, sagt Ressortvorstand Christian Kirsten.

Innovationen bei Kleb- und Dichtstoffen

Das Werk in Nünchritz ist mit einer Fläche von 1,3 Millionen Quadratmetern der größte Chemiearbeitgeber Sachsens und der zweitgrößte Produktionsstandort der Wacker Chemie AG weltweit. Hier werden rund 200 verschiedene Silicone, hochdisperse Kieselsäuren und hochreines polykristallines Silicium für die Solarindustrie hergestellt.

Trotz des derzeitigen Sparkurses bleibt Nünchritz ein wichtiger Innovationsmotor. Erst 2025 startete hier die Produktion neuartiger Hybridpolymere für die Kleb- und Dichtstoffindustrie.

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