BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat die Austritte von drei Abgeordneten aus der Thüringer Landtagsfraktion des Bündnisses Sahra Wagenknecht als gezielten Versuch gewertet, ihrer Partei vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu schaden. „Das Ziel dieser Austritte ist ja, uns zu schaden“, sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur am Rande eines Wahlkampfauftritts in Halle an der Saale.
Bei einigen der ausgetretenen Mitglieder habe man schon länger den Eindruck gehabt, dass sie der CDU näher gestanden hätten als dem BSW, sagte Wagenknecht. Sie hoffe, dass die Wähler „erstens dieses miese Spiel durchschauen, aber zweitens auch sehen, dass eben in Thüringen jetzt auch eine Klärung stattfindet“.
Wagenknecht räumt Fehler ein
Sehr junge Parteien hätten immer auch Probleme, betonte die BSW-Gründerin. Die Grünen und auch die AfD hätten am Anfang „Chaos-Truppen als Erstes in die Parlamente geschickt“. Im Vergleich dazu sei das BSW relativ stabil. „In Thüringen haben wir große Fehler gemacht, das hat uns auch viel Glaubwürdigkeit gekostet“, sagte Wagenknecht. Thüringen sei aber nur einer von 16 Landesverbänden.
Fraktion schrumpft auf zwölf Mitglieder
Am Mittwoch waren drei BSW-Politiker in Thüringen aus der Landtagsfraktion und der Partei ausgetreten. Damit schrumpft die Fraktion der mitregierenden Partei von 15 auf zwölf Mitglieder. Die Abgeordneten begründeten ihren Schritt mit Protest gegen die Einmischung der Bundespartei um Wagenknecht.
Hintergrund ist ein Richtungsstreit über die Beteiligung des BSW an der Brombeer-Koalition mit CDU und SPD sowie über den von der Bundesspitze geforderten Kurswechsel in Thüringen. Ein Sonderparteitag soll den Konflikt klären. (mit dpa)
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