Auszeichnung

Thüringer Klinik als bestes Krankenhaus der Welt ausgezeichnet

Der Grand Hospital Award, quasi der Oscar der Krankenhäuser, geht 2026 erstmals nach Deutschland, genauer nach Ostthüringen.

5 Min
Die Waldkliniken Eisenberg erhalten 2026 die Auszeichnung als bestes Krankenhaus der Welt, auch weil hier Orthopädie-Patienten besonders schnell wieder auf die Beine kommen.

Die Waldkliniken Eisenberg erhalten 2026 die Auszeichnung als bestes Krankenhaus der Welt, auch weil hier Orthopädie-Patienten besonders schnell wieder auf die Beine kommen.

© Marc Conzelmann/Waldkliniken Eisenberg

Wenn über das deutsche Gesundheitswesen gesprochen wird, dann meist mit kritischem Unterton. Krankenhausstrukturreformen, mangelnde Spezialisierung und hohe Kosten sind häufiger Thema als medizinische Spitzenleistungen. Die gute Nachricht des Tages: Es gibt auch Lichtblicke.

Denn der Grand Hospital Award der International Hospital Federation (IHF), der als Auszeichnung für die besten Krankenhäuser der Welt verliehen wird, geht 2026 erstmals nach Deutschland – an die kommunalen Waldkliniken Eisenberg in Ostthüringen. Mehr als 750 Bewerbungen aus 38 Ländern habe es gegeben, acht Häuser schafften es ins Finale – gewonnen aber habe das kommunale Krankenhaus aus dem Saale-Holzland-Kreis, wie dessen Sprecher Bastian Guntermann stolz verkünden konnte.

Die Waldkliniken Eisenberg sind am Mittwoch in Seoul mit dem Grand Hospital Award 2026 der International Hospital Federation (IHF) ausgezeichnet worden, der höchsten Auszeichnung, die der Weltverband der Krankenhäuser an ein einzelnes Haus vergibt. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein deutsches Krankenhaus diesen Preis erhält. Der Grand Hospital Award ist vergleichbar mit einem Oscar für den besten Film – nur eben für Krankenhäuser.

Die Waldkliniken Eisenberg haben 254 Betten für Akut- und 143 Betten für Reha-Patienten.

Die Waldkliniken Eisenberg haben 254 Betten für Akut- und 143 Betten für Reha-Patienten.

© Daniel Suppe/Waldkliniken Eisenberg

Beginn vor 15 Jahren: Krankenhaus neu denken

Zuletzt wurden große Hospitäler in Saudi-Arabien, Taiwan und Südkorea mit diesem Preis ausgezeichnet. 2026 geht der Preis an die Waldkliniken Eisenberg mit dem Schwerpunkt Orthopädie im Saale-Holzland-Kreis. Die International Hospital Federation ist seit 1929 der Weltverband der Krankenhäuser mit Sitz in Genf. In ihr sind die nationalen Krankenhausverbände aus aller Welt zusammengeschlossen – für Deutschland die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), über die die Waldkliniken an den IHF-Awards teilgenommen haben.

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Bewertet hat die internationale Jury des Grand Hospital Award das gesamte Haus in fünf Dimensionen: Qualität und Sicherheit der Behandlung, Patientenerlebnis, Wirtschaftlichkeit, Wohlbefinden der Mitarbeiter sowie Gerechtigkeit und Zugang zur Versorgung. Die Waldkliniken überzeugten in allen fünf abgeprüften Bereichen und ließen die weltweiten Mitbewerber hinter sich – mit belegbaren Spitzenwerten bei den Behandlungsergebnissen, Bestnoten in den Patientenbewertungen, einer New-Work-Arbeitsorganisation mit eigenem Haustarifvertrag und langfristiger Dienstplanung – und auf Basis des Leitsatzes der Waldkliniken Eisenberg: „Der Patient ist Gast“, egal ob gesetzlich oder privat versichert, betont Guntermann.

Es werde der Beleg angetreten, dass sich Spitzenmedizin und Gastlichkeit nicht ausschließen. „Wir haben vor 15 Jahren angefangen, Krankenhaus neu und anders zu denken – gegen viele Zweifel, ob das im deutschen Gesundheitssystem, in der Provinz und als kommunales Krankenhaus überhaupt möglich ist“, sagt David-Ruben Thies, Geschäftsführer der Waldkliniken Eisenberg. „Heute sehen wir: Es geht – auch in Deutschland, auch als kommunales Haus. Dass der Weltverband der Krankenhäuser diesen Weg auszeichnet, ist eine Anerkennung für die Menschen, die hier in Eisenberg jeden Tag arbeiten und die Maxime ‚Der Patient als Gast‘ leben. Ihnen gehört dieser Preis. Und er gehört Thüringen.“

2400 künstliche Hüften und 1800 Kniegelenke pro Jahr

Die Jury hat zudem auch auf die Ergebnisse geschaut. „Der Grand Hospital Award bestätigt die medizinische Qualität unseres Hauses auf Weltniveau. Das kommt nicht von ungefähr: In Eisenberg sind universitäre Forschung und klinische Versorgung unter einem Dach vereint, wir behandeln jährlich über 4500 Patientinnen und Patienten endoprothetisch, und unsere Top-Positionierung im Endoprothesenregister belegt, dass unsere Patienten weniger Komplikationen haben als andere“, sagt Prof. Dr. Georg Matziolis, Ärztlicher Direktor der Waldkliniken und Inhaber der Professur für Orthopädie der Universität Jena.

Mehr als jeder zweite Eingriff im Eisenberger Klinikum sei endoprothetischer Art, unter anderem setzten die Operateure jährlich mehr als 2400 künstliche Hüft- und etwa 1800 künstliche Kniegelenke bei Patienten ein. Deutschlandweit rangiert man damit unter den zehn gefragtesten Kliniken in diesem Fachgebiet.

Außenansicht des Bettenhauses der Waldkliniken Eisenberg vom italienischen Stararchitekten Matteo Thun.

Außenansicht des Bettenhauses der Waldkliniken Eisenberg vom italienischen Stararchitekten Matteo Thun.

© HG Esch / Waldkliniken Eisenberg

„Die Waldkliniken Eisenberg stehen für eine moderne Krankenhausversorgung, die konsequente Patientenorientierung, zugewandte Medizin und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Ich freue mich außerordentlich, dass dieser besondere Ansatz mit dem Grand Award der International Hospital Federation nun auch international höchste Anerkennung gefunden hat. Ein besonderer Wert liegt für mich darin, dass die Waldkliniken ihre Erfahrungen und Ideen aktiv mit anderen Krankenhäusern teilen und damit den fachlichen Dialog und das gegenseitige Lernen stärken. Genau diesen Austausch brauchen wir, um die Krankenhausversorgung gemeinsam weiterzuentwickeln“, sagt Dr. Henriette Neumeyer, Präsidentin der Europäischen Krankenhausgesellschaft.

Der Preis wurde von Stifter Dr. Kwang Tae Kim vor wenigen Tagen beim Gala-Dinner des 49. World Hospital Congress in Seoul an Bastian Guntermann überreicht. Der Preis kommt dann nach Eisenberg. Die eigentliche Übergabe des Preises findet nämlich nicht in Seoul statt, sondern in Thüringen: In den diesen Tagen kommt die Trophäe nach Eisenberg und wird in einem Festakt der Belegschaft übergeben – den Menschen aus rund 20 Nationen, die das Haus tragen. Anschließend soll der Preis in der Region auch öffentlich zu sehen sein.

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