Es ist ein Ereignis, das weit über die Müritz hinaus neugierig macht. In Waren (Müritz) wird am 1. November die sogenannte Südbrücke über der Bahnstrecke Berlin–Rostock gesprengt. Um 11 Uhr fällt an diesem Sonntag die Brücke auf dem Schweriner Damm, die zur B 192 gehört, durch eine kontrollierte Sprengung.
Rund 290 Anwohner müssen wegen der Brückensprengung ihre Wohnungen räumen. Auch die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße B 192 durch Waren wird gesperrt. Für Technikinteressierte ist es ein seltener Anblick, für die Nachbarn vor Ort ein organisatorischer Kraftakt. Dieser Überblick erklärt, wie die Sprengung funktioniert, warum sie nötig ist und was Betroffene beachten müssen.
Warum eine ganze Brücke gesprengt wird
Die Südbrücke überspannt die Bahngleise und gehört zu einem größeren Bauprojekt: dem Ersatzneubau der Bahnbrücke im Zuge der B 192. Statt das Bauwerk aufwendig Stück für Stück zu demontieren, setzen die Verantwortlichen auf eine sogenannte Auswurfsprengung.
Dabei werden die beiden Pfeiler der Brücke gesprengt. Der Überbau wird anschließend kontrolliert auf ein vorbereitetes Kiesbett geführt.
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Das Verfahren hat sich in Waren bereits bewährt. Schon im Januar 2025 wurde die parallel verlaufende Nordbrücke auf ähnliche Weise abgebrochen. Die aktuelle Sprengung soll nach demselben Muster ablaufen.
Warum die Nachbarschaft evakuiert werden muss
Der gesamte Bereich rund um die Brücke muss am Sonntag vollständig evakuiert werden. Nach Angaben der beteiligten Behörden sind rund 290 Warener betroffen. Auch die Gärten am Tiefwarensee zählen zum Evakuierungsbereich, der Neue Friedhof bleibt ganztägig geschlossen.
Die Sperrzone wird von mehreren Straßen begrenzt. Dazu gehören unter anderem:
St. Mariengasse, Burggasse und Müritzstraße, Mecklenburger Straße und Alte Sarwiesen, An den Schuhmacherkämpen, Gievitzer Straße, ein Teil des Tiefwarensees.
Für Anwohner zählt vor allem der Zeitplan: Bis 6.30 Uhr müssen parkende Fahrzeuge aus dem Bereich gefahren werden. Ab 6.30 Uhr werden die Straßen nach und nach gesperrt. Ab 7 Uhr ist die Sperrzone vollständig abgeriegelt und die B 192 in der Ortsdurchfahrt nicht mehr befahrbar.
Bis 8 Uhr muss die Sperrzone vollständig verlassen sein. Um 11 Uhr werden die Brückenpfeiler gesprengt.
Notunterkunft und Bürgertelefon für Betroffene
Wer am Sonntagmorgen nicht weiß, wohin, findet ab 7 Uhr eine Notunterkunft am Papenberger Jugendtreff in der Bürgermeister-Schlaaff-Straße 27a. Wer das Angebot nutzen möchte, soll sich vorab anmelden.
Die Anmeldung läuft über das Bürgertelefon unter 03991 / 177301. Erreichbar ist es zu den regulären Sprechzeiten sowie am Tag der Sprengung ab 7 Uhr. Zusätzlich sollen Informationen über die Nina-Warn-App des Bundes abrufbar sein – ein Hinweis, der auch für ortsfremde Schaulustige relevant sein dürfte.
Was Auto- und Bahnreisende beachten müssen
Für Reisende aus der Region und von weiter her lohnt ein Blick auf den Verkehr. Die Bahnstrecke zwischen Berlin und Rostock unter der Brücke ist bereits länger betroffen: Sie ist seit dem 16. Oktober gesperrt. Die Sperrung dauert noch bis zum 18. Dezember 2026. In dieser Zeit fährt zwischen Waren und Neustrelitz ein Schienenersatzverkehr. Die Deutsche Bahn rät, die eigene Verbindung vor Fahrtantritt zu prüfen.
Auch die B 192 bleibt nach der Sprengung zunächst dicht. Zuvor wird die Nordbrücke umfassend geprüft. Erst nach Zustimmung des Brückenprüfers kann die Bundesstraße wieder freigegeben werden – erwartet wird das in den frühen Abendstunden.
Sobald der Sprengmeister grünes Licht gibt, dürfen die Anwohner zurück in ihre Wohnungen. Der Rückbau der Sperrungen braucht allerdings etwas Zeit.
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