Was die schwarz-rote Bundesregierung für die heutigen und künftigen Rentner plant

Länger arbeiten für Nullrunden

Rouven Schellenberger
3 Min

BERLIN. Für die Rentner hält die neue Bundesregierung wenig gute Nachrichten bereit. Zwar soll es keine Rentenkürzungen geben. Die ungünstige Bevölkerungsentwicklung und die Krise am Arbeitsmarkt verschärfen die Lage der Rentenkassen jedoch so sehr, dass bald alle länger arbeiten müssen.Wann wird es wieder Rentenerhöhungen geben?In dieser Legislaturperiode sind höhere Renten kaum zu erwarten. Einzig Rentenkürzungen schlossen SPD und Union aus. Weil aber trotz des hohen Anpassungsdrucks bereits in den letzten Jahren auf nominale Rentenkürzungen verzichtet wurde, werden die Lasten für die Rentner auf die Zukunft verteilt. Deshalb sind vorerst nur noch Nullrunden zu erwarten.Die Kopplung von Lohn- und Rentenentwicklung wird de facto ausgesetzt.Ab wann müssen die Arbeitnehmer für ihre volle Rente länger arbeiten?Ab 2012 wird das gesetzliche Renteneintrittsalter bis zum Jahr 2035 schrittweise erhöht. Nur wer 45 Jahre gearbeitet hat, darf ohne Abschläge in Rente gehen. Für alle anderen steigt das Rentenalter in den nächsten 30 Jahren auf 67 Jahre. Die ersten Betroffenen gehören dem Jahrgang 1947 an. Die 1970 Geborenen sind die ersten, die erst mit 67 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. Die große Koalition will die entsprechende gesetzliche Regelung 2007 auf den Weg bringen.Wann steigen die Beiträge zur Rentenversicherung?Der Beitrag zur Rentenversicherung steigt zum 1. Januar 2007 von 19,5 Prozent auf 19,9 Prozent. Zum gleichen Zeitpunkt soll der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung von 6,5 Prozent auf 4,5 Prozent sinken.Unklar ist noch, wie das von der Bundesregierung erwogene Einfrieren des Bundeszuschusses wirkt. Die Rentenversicherer fürchten, dass die entstehenden Lasten auf Rentner und Beitragszahler abgewälzt werden.Was ändert sich bei der Riester-Rente?Im Jahr 2007 soll überprüft werden, ob private und betriebliche Altersvorsorge stark genug ausgebaut wurden. Ist dies nicht der Fall, könnte die Riester-Rente zur Pflicht werden.Um Familien mit Kindern zu unterstützen, wird die Kinderkomponente der Riester-Rente für ab dem 1. Januar 2008 geborene Kinder auf 300 Euro angehoben.Was ändert sich für Arbeitslose bei der Rente?Für Arbeitslosengeld-II-Empfänger zahlt der Bund künftig nur noch 40 Euro statt bislang 78 Euro pro Monat in die Rentenversicherung ein. Dadurch sinkt auch die Rentenanwartschaft der Langzeitarbeitslosen, von zuletzt 4,24 Euro im Monat auf dann nur noch 2,18 Euro.Worauf müssen sich die Beamten einstellen?Auf die Beamten kommen ähnliche Belastungen und Leistungskürzungen zu. Die schwarz-rote Bundesregierung hat beschlossen, die geplanten Maßnahmen wirkungsgleich in das Versorgungsrecht der Beamten zu übertragen.------------------------------Foto : Vorläufig wird es für Rentner nicht mehr Geld geben.GROSSE KOALITIONDie Serie der Berliner Zeitung über die Vorhaben der neuen Regierung und welche Folgen sie für Bürger und Unternehmen haben.

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